Impf-Abo

Moderna möchte Zusammenarbeit mit der Schweiz vertiefen

21. Dezember 2021, 08:29 Uhr
Die Impfstoff-Produzentin Moderna möchte ihre Zusammenarbeit mit der Schweiz vertiefen. Im Blickpunkt laufender Verhandlungen stehe ein Impf-Abo mit garantierter Mengenabnahme durch die Schweiz, sagte Moderna-Chef Stephane Bancel in einem Interview mit den Tamedia-Titeln.
Im Falle einer neuen Pandemie könne Moderna sehr schnell einen neuen Impfstoff entwickeln.
© Keystone/dpa/Oliver Berg

Geimpfte in der Schweiz sollten schnell einen Booster bekommen, rät Bancel in dem Interview. Damit seien die Geimpften auch gut gegen Hospitalisation und schwere Krankheitsverläufe nach einer Ansteckung durch die Omikron-Variante geschützt.

Gleichzeitig arbeite Moderna an einem angepassten Impfstoff. Die Entwicklung dazu dauere rund 90 Tage oder gar weniger. Dann stelle sich allerdings die Frage, ob die Zulassungsbehörden wie Swissmedic noch einmal eine Studie für den angepassten Impfstoff forderten. Das wären dann noch einmal mindestens drei Monate. «Es kann also bis ein halbes Jahr dauern, bis wir einen Omikron-Impfstoff haben.»

Eine Reihe neuer Impfstoffe

Moderna sei fast wöchentlich in Kontakt mit der Schweizer Regierung. Das Unternehmen sei mit der Schweiz im Gespräch, eine Partnerschaft einzugehen, wie man es bereits ähnlich mit Australien und Kanada gemacht habe.

Moderna habe eine Reihe neuer mRNA-Impfstoffe in der Entwicklung, etwa gegen Grippe oder gegen das RS-Virus, das eine bei Älteren und Kleinkindern tödliche Atemwegserkrankung verursache. «Wir könnten diese drei mRNA-Impfstoffe in einer Dosis kombinieren und schlagen Regierungen vor, sich für mehrere Jahre Lieferungen für eine bestimmte Menge zu sichern.»

Im Falle einer neuen Pandemie könne Moderna sehr schnell einen neuen Impfstoff entwickeln. Ein Land, das sich regelmässige Mengen gesichert habe, werde dann bevorzugt beliefert.

Verhandlungen über ein Impf-Abo

In einigen Ländern errichte Moderna im Gegenzug eine Produktionsanlage im Partnerland. In der Schweiz gebe es wegen der der Partnerschaft mit Lonza ein anderes Modell.

«Wir haben mit der Schweiz Verhandlungen über ein Impfabo begonnen. Und wir möchten auch in Wissenschaftler in der Schweiz investieren und dort Vakzine in Labors von Spitälern und Universitäten entwickeln. » Auch wolle Moderna mehr klinische Versuche in der Schweiz durchführen.

Der Moderna-Chef würde gerne eine langjährige Partnerschaft mit der Schweiz eingehen, mit der Verpflichtung zu einer bestimmten Mengenabnahme, dann könne man im Falle eines neuen Virus rasch liefern. Es könnte sich dabei um eine Partnerschaft zwischen Moderna, Lonza und der Schweizer Regierung handeln. «Es ist aber noch zu früh für Details».

Quelle: sda
veröffentlicht: 21. Dezember 2021 08:29
aktualisiert: 21. Dezember 2021 08:29
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