Mondfinsternis von Wolken überdeckt

Nina Müller, 21. Januar 2019, 10:21 Uhr
Am Montagmorgen hat sich der Himmel noch mehr als sonst in den Nächten verdunkelt: Ab 4.34 Uhr trat der Mond in den Kernschatten der Erde ein, die Mondfinsternis begann. Gesehen haben den Blutmond nur wenige, in der Sternwarte in Kreuzlingen beispielsweise, zogen zum Zeitpunkt der Mondfinsternis Wolken auf.
Für die nächsten drei Jahre wird das die letzte bei uns sichtbare Mondfinsternis sein. Aufgrund der vielen Wolken konnte man auf der Alpennordseite kaum etwas vom Naturspektakel sehen. Im Stream kann die Verdunkelung des Mondes bis 7.50 Uhr live miterlebt werden. Damit es zu einer Mondfinsternis kommt, müssen Sonne, Erde und Mond in einer Linie stehen.

Je tiefer der Mond in den Erdschatten taucht, desto rötlich brauner erscheint er. Grund für die Färbung ist langwelliges rotes Licht von der Sonne, das die Erdatmosphäre passiert und in den Schattenkegel der Erde abgelenkt wird. Diese rötlichen Strahlen erhellen den ansonsten verfinsterten Mond.

Quelle: Youtube/ Leak Project

«Bei der totalen Mondfinsternis kamen die Wolken»

Zahlreiche Schaulustige liessen sich den Blutmond nicht entgehen. Mehrere Sternwarten hatten für das Spektakel geöffnet, etwa in Luzern und Kreuzlingen TG. Im Planetarium in Keurzlingen waren am Montagmorgen 25 Personen, um das Spektakel mitzuverfolgen, sagt Brigitte Egli: «Wir haben sehr lange gesehen, wie der Mond immer kleiner wird. Bei der totalen Mondfinsternis sind dann aber die Wolken gestiegen und wir haben gar nichts mehr gesehen.» Deshalb wurde im Vortragsraum eine Simulation der Mondfinsternis eingerichtet und sie den Besuchern erklärt.

«Wir sind schon enttäuscht, auch weil es jetzt bis 2022 keine totale Mondfinsternis mehr gibt.» Im Juni gäbe es zwar wieder eine Mondfinsternis, allerdings nur eine partielle.

In den sozialen Medien lassen sich dann doch Bilder des Blutmondes finden. In Innsbruck beispielsweise war der Mond, dem Bild nach zu urteilen, sehr gut zu sehen.

Auch Bundesrätin Viola Amherd war am Montagmorgen offenbar schon früh auf den Beinen. Sie twitterte einen Morgengruss mit Mond-Bild.

Und auch an der Nordsee leuchtet der Mond orange.

Die Finsternis war in Europa, Afrika und auch in Nord- und Südamerika zu sehen. Zum Blutmond am Montag kam es nur ein halbes Jahr nach der längsten Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts.

Nina Müller
Quelle: red./SDA
veröffentlicht: 21. Januar 2019 05:42
aktualisiert: 21. Januar 2019 10:21