Schiesserei

Mutmasslicher Täter von Sitten bestätigt Geständnis

14.12.2023, 17:02 Uhr
· Online seit 14.12.2023, 16:01 Uhr
Nach der Schiesserei am Montag in Sitten mit zwei Toten und einer verletzten Person hat der mutmassliche Täter bei einer Anhörung durch die Staatsanwaltschaft sein Geständnis für die Taten bestätigt. Der 36-Jährige gab dabei Erklärungen zu seinem Handeln und seinen Beweggründen ab.
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Diese Erklärungen seien Gegenstand detaillierter Untersuchungen, teilte die Walliser Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Der Mann hatte bereits bei seiner Festnahme durch die Polizei in Saint-Léonard nach einer mehrstündigen Flucht am Montagnachmittag ein Geständnis abgelegt. Für den Angeklagten gelte die Unschuldsvermutung, hiess es weiter.

Der Mann hatte bei seiner Festnahme keinen Widerstand geleistet. In seinem Auto fand die Polizei die mutmassliche Tatwaffe, ein halbautomatisches Gewehr der Marke Browning, Kaliber 12/70, und Munition. Insgesamt stellten die Ermittler zwei Gewehre, ein Mobiltelefon, Computerausrüstung, Gegenstände und Dokumente an verschiedenen Orten sicher, um sie auszuwerten.

Der Beschuldigte wurde nach der Festnahme verschiedenen Untersuchungen unterzogen, bevor er am Montagabend von der Kantonspolizei angehört und inhaftiert wurde. Am nächsten Tag wurde er von der Staatsanwaltschaft angehört, die beim Zwangsmassnahmengericht seine Untersuchungshaft beantragte.

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Opfer sofort tot

An den beiden Todesopfern, einer 34-jährigen Frau und einem 41-jährigen Mann, wurde eine Autopsie durchgeführt. Sie wurden bei der Schussabgabe durch die Projektile tödlich getroffen und waren wahrscheinlich sofort tot. Die verletzte Frau wurde klinisch untersucht. Nach Polizeiangaben vom Montag befand sich die 49-Jährige ausser Lebensgefahr.

Die Ermittlungen sind laut Staatsanwaltschaft weiter im Gange. Zahlreiche Anhörungen seien bereits durchgeführt worden und würden in den nächsten Tagen fortgesetzt, hiess es. Derzeit würden unter anderem Spuren-, Proben- sowie Ballistikanalysen durchgeführt.

Mit Blick auf die laufenden Ermittlungen wollte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag keine weiteren Informationen zum Fall bekannt geben.

Der mutmassliche Täter hatte am Montagmorgen an zwei verschiedenen Orten in der Walliser Hauptstadt das Feuer auf die beiden Frauen und den Mann eröffnet. Am ersten Tatort, auf einem Parkplatz in der Rue Oscar-Bider, erschoss er eine 34-jährige Frau. Einige Minuten später tötete er bei einem Malergeschäft in Sitten einen Mann und verletzte eine Frau, seinen ehemaligen Chef und eine Ex-Mitarbeiterin.

In mehrere Verfahren verwickelt

Die bisherigen Erkenntnisse sprechen nach Angaben der Staatsanwaltschaft vom Montag für eine geplante Tat. Der Mann war den Justizbehörden bekannt. Er war in mehrere Verfahren verwickelt, galt aber nach Einschätzung der Walliser Justizbehörden nicht als Risikoperson.

Der 36-Jährige kannte seine Opfer und lag mit ihnen im Rechtsstreit. Unter anderem hatte er gegen die 34-Jährige 2021 Anzeige wegen Ehrverletzung, Bedrohung, Nötigung und verleumderischer Anschuldigung erstattet. Das Opfer zeigte ihn ein Jahr später wegen Nötigung an, zog die Anzeige später aber wieder zurück. Der Streit ging im laufenden Jahr weiter. Laut Medienberichten soll er die Frau bedrängt haben.

Das zweite Opfer, der Chef des Malergeschäfts, hatte zusammen mit Angehörigen den mutmasslichen Täter wegen Beleidigung, unbefugter Aufzeichnung von Gesprächen und Drohungen angezeigt. Er wurde zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt und legte Berufung gegen das Urteil ein.

(sda/log)

veröffentlicht: 14. Dezember 2023 16:01
aktualisiert: 14. Dezember 2023 17:02
Quelle: Today-Zentralredaktion

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