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Bistum Chur

Nach der Nicht-Bischofswahl: Zürcher fordern Rücktritt des Generalvikars

25. November 2020, 13:15 Uhr
Der Präsident der Katholischen Synode des Kantons Zürich, Felix Caduff, fordert Generalvikar Martin Grichting in einem offenen Brief zum Rücktritt auf. Hintergrund ist die geplatzte Bischofswahl.
Zum Rücktritt aufgefordert: Martin Grichting, Generalvikar des Bistums Chur, ist für die Zürcher untragbar geworden.
© Keystone

Das Domkapitel habe die drei Wahlvorschläge für einen Bischof unter der Führung von Generalvikar Martin Grichting ausgeschlagen. Diesen Vorwurf erhebt der Präsident der Katholischen Synode des Kantons Zürich, Felix Caduff, in einem offenen Brief an Grichting. In diesem fordert er den Generalvikar zum Rücktritt auf.

Die Wahlliste habe «offenbar drei valable und moderate Kandidaten» geboten, schreibt Caduff. Mit der Nichtwahl sei die «Befriedung» der Situation im Bistum Chur «hintertrieben» worden. Dass das Domkapitel das Privileg, selbst einen Bischof aus einer vom Papst vorgeschlagenen Dreierliste auswählen zu dürfen, ausgeschlagen habe, sei «für alle demokratisch denkenden Mitglieder unserer Kirche ein inakzeptabler Affront», schreibt Caduff.

Alter Richtungsstreit zwischen Reformern und Konservativen

Das Domkapitel hat gemäss übereinstimmenden Medienberichten des katholischen Medienzentrums «kath.ch», des «Tagesanzeigers» und der «NZZ» am Montag auf die Wahl aus drei vom Vatikan vorgeschlagenen Kandidaten für die Bischofswürde verzichtet. Hintergrund ist ein rund drei Jahrzehnte alter Richtungsstreit im Bistum Chur, dem die Katholiken in Graubünden, den Innerschweizer Kantonen Uri, Schwyz, Ob- und Nidwalden sowie im mehrheitlich reformierten Kanton Zürich angehören.

Der Bischofssitz in Chur war in der Vergangenheit traditionell mit konservativen Klerikern besetzt worden. Insbesondere in den Zürcher Kirchgemeinden gibt es dagegen eine starke reformerische Bewegung, die sich einen liberalen Bischof wünscht. Entscheiden wird nun der innerhalb der Kirche als eher liberal geltende Papst Franziskus.

(wap)

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 25. November 2020 13:06
aktualisiert: 25. November 2020 13:15