Schweiz

Nach «Dissonanzen»: Chef der Meldestelle für Geldwäscherei kündigt nach knapp einem Jahr

18. Juni 2020, 08:16 Uhr
Daniel Thelesklaf war ein knappes Jahr Experte für Geldwäscherei beim Bundesamt für Polizei.
© Sophie Stieger
Daniel Thelesklaf hat seinen Job als Bekämpfer der Geldwäscherei beim Bundesamt für Polizei nach nicht einmal einem Jahr gekündigt. Der Grund sind Dissonanzen mit der Leitung des Bundesamts.

(gb.) Daniel Thelesklaf war seit August 2019 Chef der Meldestelle für Geldwäscherei (MROS). Nun hat er gekündigt, wie zunächst das Westschweizer Online-Portal heidi.news berichtete. Die Medienstelle des Bundesamts für Polizei (Fedpol) bestätigt am Donnerstag Morgen, dass Thelesklaf gekündigt hat. Im September – gut ein Jahr nach Antritt der Stelle – wird er bereits weg sein.

Gegenüber dem Tagesanzeiger bestätigte Thelesklaf, dass ein inhaltlicher Streit mit der Chefin des Fedpol, Nicoletta della Valle, zu seinem Abgang geführt haben. «Es ist richtig, dass zwischen der MROS unter meiner Leitung und dem Fedpol Dissonanzen hinsichtlich der Umsetzung von internationalen Standards entstanden sind, die mir eine Fortsetzung der Arbeit nicht ermöglichten», wird Thelesklaf im Tagesanzeiger zitiert.

Thelesklaf hat sich vor seiner Arbeit beim Fedpol einen internationalen Ruf als Kämpfer gegen Geldwäsche und Korruption erarbeitet. Er war unter anderem als Berater des Internationalen Währungsfonds, der OECD und der UNO tätig.

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 18. Juni 2020 06:55
aktualisiert: 18. Juni 2020 08:16