Nationalbank hält Franken weiter für überbewertet

17. September 2015, 10:30 Uhr
Die Schweizerische Nationalbank hält an ihrem Kurs fest. Im Bild der Sitz in Bern.
Die Schweizerische Nationalbank hält an ihrem Kurs fest. Im Bild der Sitz in Bern.
© Keystone/PETER KLAUNZER
Trotz wirtschaftlicher Stagnation und Frankenstärke dreht die Schweizerische Nationalbank (SNB) nicht an der Zinsschraube. Im Rahmen ihrer Lagebeurteilung belässt sie den Negativzins auf Giroguthaben bei 0,75 Prozent. Das Zielband für den Drei-Monats-Libor bleibt bei -0,25 bis -1,25 Prozent.

Der Libor-Zinssatz regelt die Kosten, zu denen sich Banken untereinander Geld leihen. Ökonomen hatten damit gerechnet, dass die SNB ihren geldpolitischen Kurs unverändert fortsetzt.

Die Nationalbank hält den Franken trotz einer leichten Abschwächung immer noch deutlich überbewertet. Sie bleibe bei Bedarf am Devisenmarkt aktiv, um dem Einfluss der Wechselkurssituation auf Inflation und Wirtschaftsentwicklung Rechnung zu tragen, teilte sie am Donnerstag mit.

Die negativen Zinsen in der Schweiz und die Bereitschaft der SNB, in Devisenmarkt einzugreifen, machten Anlagen in Franken weniger attraktiv. Beides diene dazu, den Druck auf den Franken abzuschwächen.

Unter dem starken Franken leiden insbesondere die Schweizer Exportindustrie und der Tourismus. In den vergangen Wochen hatte sich der Franken etwas abgewertet. Vergangene Woche knackte der Euro erstmals seit der Mindestkursaufhebung Mitte Januar die Marke von 1,10 Franken.

Die SNB rechnet mit einer allmählichen Belebung der Schweizer Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte. Die Binnennachfrage dürfte die Wirtschaftsentwicklung auch künftig stützen.

Bei einer weiteren Verbesserung des internationalen Umfelds und einer abnehmenden Überbewertung des Schweizer Frankens sollte auch die Exporttätigkeit wieder stärker zum Wirtschaftswachstum beitragen, schreibt die SNB. Für das laufende Jahr rechnet die Nationalbank weiterhin mit einem Wachstum des realen Bruttoinlandprodukts (BIP) von knapp 1 Prozent.

Die neue bedingte Inflationsprognose hat sich insgesamt gegenüber Juni wenig verändert. Kurzfristig liegt sie vor allem wegen des gesunkenen Ölpreises etwas tiefer als im letzten Quartal.

Für das laufende Jahr geht die Prognose um 0,2 Prozentpunkte auf 1,2 Prozent zurück. Für 2016 hat sie sich von minus 0,4 Prozent auf minus 0,5 Prozent verringert.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 17. September 2015 09:35
aktualisiert: 17. September 2015 10:30