Neue Rucksäcke für Rekruten

Dumeni Casaulta, 17. August 2017, 18:23 Uhr
Generationen haben schon gelitten wegen ihm, nun hat der Karusa 90, der Kampfrucksack der Schweizer Armee, ausgedient. Er soll bald ersetzt werden und mit ihm auch der Tarnanzug (TAZ), die Grundtrageeinheit (GT) und die Schutzweste (Splischu).

Manch einer kriegt Rückenschmerzen, wenn er nur vom Kampfrucksack der Schweizer Armee hört. Zukünftige Generationen sollen weniger Leiden. Die Schweizer Armee plant für 2022 die Einführung neuer Bekleidung. Ersetzt wird auch die wenig beliebte Kälteschutzjacke (Käschu). Im Moment werden die neuen Bekleidungs- und Ausrüstungssysteme im Einsatz geprüft.

Seit Juli 2017 testen rund 350 Angehörige der Armee die neue Kampfbekleidung, Trag- und Trinksysteme und den «ballistischen Körperschutz». Sie werden «im täglichen Einsatz auf Nutzen bzw. Mehrwert geprüft», heisst es in einer Mitteilung des VBS. Dabei sollen «Technologische Entwicklungen und logistisches Optimierungspotential» berücksichtigt werden.

Nach Abschluss des Truppenversuchs werden «die gewonnenen Erkenntnisse analysiert und beurteilt und bilden die Basis für den Entscheid der Truppentauglichkeit». Übrigens: Neu ist nicht nur die Bekleidung, sondern auch das Muster. Die neue Bekleidung wird zwar unifarben getestet, mit der Einführung erhält sie dann aber das «Multiumfeldtarnmuster 16». Auf den ersten Blick kann der Autor allerdings keinen wesentlichen Unterschied zum alten Tarnmuster erkennen.

So sieht das neue «Multiumfeldtarnmuster 16» aus. (Bild: VBS/DDPS)
So sieht das neue «Multiumfeldtarnmuster 16» aus. (Bild: VBS/DDPS)
© vbs/admin.ch

Alles neu bei der Ausrüstung? Nicht ganz. Auf das bewährte «Zwiebelschalenprinzip» will die Armee nicht verzichten. Der Nutzer soll seine Bekleidung auch in Zukunft «individuell den Temperatur- und Witterungsverhältnissen anpassen» können. Wobei über das Wort individuell wohl jeder Lachen muss, der in der Rekrutenschule war.

Die neue Bekleidung soll mit dem Rüstungsprogramm 19 finanziert werden. Für die Initialbeschaffung wird mit Kosten von 250 Millionen Franken gerechnet. Vor der Beschaffung wird werden öffentliche Ausschreibungen durchgeführt.


Dumeni Casaulta
Quelle: cas
veröffentlicht: 17. August 2017 16:08
aktualisiert: 17. August 2017 18:23