Schweiz

Offene Kühlregale beim Detailhändler verschwenden viel Strom

Stromsparmassnahmen

Offene Kühlregale beim Detailhändler verschwenden viel Strom

13.10.2022, 11:21 Uhr
· Online seit 13.10.2022, 10:38 Uhr
Es ist ein Bild, das vielen bestens bekannt vorkommen sollte: offene Kühlregale in den Filialen Schweizer Lebensmittelläden. Und das, obwohl der Bundesrat erst kürzlich zum Strom sparen aufgerufen hat. Eine rasche Umrüstung ist aber nicht in Sicht.
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Mit geschlossenen statt offenen Kühlregalen könnten die Läden «etwa so viel Strom ­sparen, wie alle Einwohner Biels pro Jahr verbrauchen», war vor kurzem auf saldo.ch zu lesen. Dabei stützt sich das Konsumentenmagazin auf Zahlen des Bundesamts für Energie. Demnach verbrauchen Kühlgeräte in Schweizer Läden 600 Gigawattstunden Strom pro Jahr verbrauchen, gleich viel wie 200'000 Haushalte im Jahr.

Auch dieser Twitter-User scheint nicht zu verstehen, wieso er trotz Energieknappheit nach wie vor auf offene Kühlregale trifft.

«Nachrüstung wird geprüft»

Verschwinden solch offenen Kühlregale bald aus Schweizer Läden? Bei Coop heisst es auf Anfrage, dass man im Rahmen des neuen Ladenkonzeptes schrittweise Glastüren einsetze. Zudem teste man auch in verschiedenen Filialen eine Umsetzung mit komplett geschlossenen Kühlmöbeln in allen Bereichen. Bis die Ergebnisse dieser Tests ausgewertet sind, dauert es allerdings noch ein paar Monate.

Auch die Migros prüft derzeit die Nachrüstung auf geschlossene Kühlregale an weiteren Standorten, dieser erfolge aber meist im Ladenumbauzyklus mit Ersatz einer ganzen Kühlanlage.

Nachrüstung ist sehr teuer

Bestehende Kühlregale mit Türen zu ergänzen ist aber nicht immer möglich, verrät ein Branchenvertreter, der namentlich nicht genannt werden will. Die Türen müssen ganz genau passen, zudem sei es teilweise sehr teuer, bestehende Kühlmöbel ohne Türen nachzurüsten.

Testfilialen mit Kühlschranktüren

Konkretere Pläne hat die Migros-Tochter Denner. Im Rahmen des Rollouts eines neuen Ladenkonzeptes werden hier über die nächsten Jahre in sämtlichen Filialen auch die Kühlmöbel im Bereich Fleisch und Fisch mit Glastüren ausgerüstet.

Vorhänge sollen Energieverbrauch senken

Bei Aldi Suisse sind bereits alle Kühlmöbel im Bereich Tiefkühlprodukte sowie Frischfleisch und Frischfisch mit Türen ausgestattet, wie die Medienstelle Aldi Suisse auf Anfrage schreibt. Zudem statte man auch hier mehrere Filialen testweise mit Kühlschranktüren aus.

Die Medienstelle von Lidl teilt mit, dass alle offenen Kühlregale ausserhalb der Öffnungszeiten mit einem Vorhang aus Thermostoff geschützt seien. Angaben zu einer Umrüstung auf geschlossenen Kühlregale macht sie keine.

veröffentlicht: 13. Oktober 2022 10:38
aktualisiert: 13. Oktober 2022 11:21
Quelle: Today-Zentralredaktion

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