Orgasmus und anderes in der Session

Leila Akbarzada, 7. September 2015, 14:01 Uhr
In der Herbstsession ist unter vielen anderen Themen die Atomenergiestrategie ein Thema. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)
In der Herbstsession ist unter vielen anderen Themen die Atomenergiestrategie ein Thema. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)
Heute startet die Herbstsession des Parlaments - die letzte vor den Wahlen. Dabei geht es um grosse, teils kontroverse Themen wie Atomausstieg, Altersvorsorge, Nachrichtendienstgesetz, "Lex Fifa", Bedingungsloses Grundeinkommen und so weiter und so weiter. Eine sehr technische, trockene Angelegenheit, glaubt man. Im Parlament geht es aber durchaus unterhaltsam zu und her. Und anderswo auf dieser Welt ziemlich skurril...

Gewisse Versprecher sorgen für Auflockerung im Parlament...

Ein Klassiker: Doris Leuthard muss sich beim Vorlesen eines Vorstosses auf die Zähne beissen vor lachen.

Denn die Kosten-Nutzen-Rechnung geht bei den unzähligen Vorstössen mit teils fragwürdigen Inhalten nicht immer auf. Auch gibt es immer mehr Initiativen. Das Dokument der Anträge für Gesetzesänderungen und Änderungsanträgen für diese Herbstsession ist 153 Seiten lang.

Anderer Schenkelklopfer: Alt-Bundesrat Hans-Rudolph Merz liest den Gesetzesartikel über die Zollbestimmungen zum Bündnerfleisch vor, gefolgt von einem Lachanfall (ab Minute 3).

Die übergeordneten Themen in der jetzigen Session werden wohl nicht für so viele Lacher sorgen.  Zwar beginnt der erste Tag der Session für den Nationalrat ruhig. Er behandelt das Nachrichtendienstgesetz. Dieses befindet sich auf der Zielgeraden, die Räte sind sich grundsätzlich einig. Aber bereits am zweiten Sessionstag muss sich die Grosse Kammer finden, denn die "Lex Fifa" bzw. die Verschärfung des Korruptionsstrafrechts sorgt für Spaltungen im Nationalrat.

Parlamentsmomente anderswo

Interessantes passiert im Parlament des grossen Nachbarkantons. "Offenbar nachhaltig eingeschränkt" war der deutsche FDP-Politiker Detlef Kleinert in seiner Tätigkeit als Parlamentarier im Bundestag damals in den 90er Jahren. Für seine angeschwipste Rede sorgt er noch heute für amüsante Unterhaltung.

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Beeindruckend ruhig bleibt dieser afghanische Parlamentarier. Trotz Bombenexplosion im Gebäude bleibt er dabei, seine politische Botschaft kundzutun.

Nerven aus Stahl brauchen wohl auch die Schweizer Parlamentarier, denn Fünf Open-End-Sitzungen sind für die Herbstsession eingeplant. Bei kontroversen Themen wie der Asylgesetzrevision könnte sich das Open-End bis zum "Beginning" am nächsten Morgen hinziehen. Am 25. September ist der ganze Spuk dann aber vorbei und die Politiker können durchatmen. Bis Ende November, wenn in der Wintersession neue Debatten anstehen.

Leila Akbarzada
veröffentlicht: 7. September 2015 12:09
aktualisiert: 7. September 2015 14:01