Onlinehandel

Päckli-Retouren – Romands und Frauen sind geiziger

23. Februar 2022, 10:16 Uhr
Online bestellen und anschliessend die Hälfte zurückschicken? Eine Umfrage von Digitec Galaxus zeigt, wer das in der Schweiz am häufigsten macht. Und wer bereit wäre, für die Retouren mehr zu bezahlen.
In der Schweiz geben 30 Prozent der befragten Personen an, mehrere Produkte zu bestellen – im Wissen, dass sie einige davon wieder zurückzuschicken werden.
© ENNIO LEANZA/KEYSTONE

Digitec Galaxus hat die Schweizerinnen und Schweizer zu ihrer Meinung über Päckli-Retouren befragt. Zwei Drittel der Befragten finden demnach, dass Retouren beim Onlineshopping generell kostenfrei sein sollten. 36 Prozent würden auch öfter Waren online einkaufen, wenn das so bleibt.

Romands würden bei Gratis-Retouren häufiger bestellen als Deutschschweizer.
© Digitec Galaxus

Vor allem Romands würden bei Gratis-Retouren häufiger online bestellen. Auch Frauen und jüngere Personen gaben an, häufiger online einzukaufen, sofern keine Retourenkosten anfallen. Bei 31 Prozent der Befragten würde das Kaufverhalten unverändert bleiben, schreibt der Digitec Galaxus in einer Mitteilung.

Was darf die Rücksendung kosten?

Für die Mehrheit der Deutschschweizer Onlineshopperinnen und -shopper wäre es kein Problem, für Retouren etwas mehr zu bezahlen. Nur 31 Prozent der Befragten gaben an, dass Retouren nichts kosten dürfen. Ganz anders sieht es bei den Romands aus. 62 Prozent wollen überhaupt keine Rücksende-Gebühren.

In der Deutschschweiz ist die Bereitschaft höher, für Retouren zu zahlen.
© Digitec Galaxus

Wie viel dürfte das Retour-Porto maximal kosten? Die Schmerzgrenze liegt für 26 Prozent der befragten Schweizerinnen und Schweizer bei drei Franken, für 16 Prozent bei sechs Franken. 19 von 100 Leuten wären bereit, für Retouren die tatsächlich beim Onlinehändler anfallenden Kosten zu bezahlen.

Fast ein Drittel bestellt mit der Absicht, einen Teil zurückzuschicken

In der Schweiz geben 30 Prozent der befragten Personen an, mehrere Produkte zu bestellen – im Wissen, dass sie einige davon wieder zurückzuschicken werden. 12 Prozent tun dies regelmässig. Gemäss Studie sind es vor allem junge Frauen aus der Deutschschweiz, die auf diese Art und Weise einkaufen. Zum Vergleich: In Deutschland und Österreich tun dies Onlineshopper auch vereinzelt, jedoch seltener mit Regelmässigkeit.

Gängige Praxis: Mehr bestellen, als man tatsächlich behalten will.

© Digitec Galaxus

Die aus Bestellungen und Retouren entstehende Päckli-Flut, ruft die Politik auf den Plan. So forderte der Luzerner Nationalrat Michael Töngi (Grüne) in einer Motion, dass Retouren etwas kosten sollten.

«Ein sehr hoher Anteil der bestellten Waren wird wieder zurückgeschickt», wird Töngi in der "Aargauer Zeitung" zitiert. «Das verursacht Emissionen, die verhindert werden könnten.» Er erhofft sich von einer Gebührenpflicht bei Retouren, dass «sich die Leute, die online shoppen, vor dem Kauf gut überlegen, ob sie das Produkt wirklich benötigen oder nicht».

(osc)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 23. Februar 2022 10:16
aktualisiert: 23. Februar 2022 10:16
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