Pnos-Party als grosses Geheimnis

Lara Abderhalden, 14. Januar 2017, 21:25 Uhr
Mit diesem Plakat wirbt die Pnos für das Konzert.
Mit diesem Plakat wirbt die Pnos für das Konzert.
© FB/Pnos
Bei der Pnos scheint alles bereit zu sein. Auf den Plakaten prangert die gross Aufschrift: «Findet 100% statt». T-Shirts wurden gedruckt, nur etwas weiss man noch nicht: Wo genau das von der Pnos angekündigte Rechtsrockkonzert heute Abend stattfindet. Die Polizei St.Gallen hat eine Durchführung im Kanton St.Gallen verboten. Ein Ort in der Zentralschweiz scheint wahrscheinlich.

Die Pnos (Partei national orientierter Schweizer) wollten den Veranstaltungsort am Nachmittag bekannt geben. Doch bis zum frühen Abend wurde nichts kommuniziert - ausser, dass das Konzert definitiv heute Abend stattfindet. Ob die Pnos trotz Verbot auf St.Galler Grund feiern wird, auch darüber wird geschwiegen. Eine grosse Geheimniskrämerei also.

Anfang Woche hatte die Kantonspolizei St.Gallen mitgeteilt, dass sie von einem Rechtsrockkonzert der Pnos erfahren hätten. Um mögliche Auseinandersetzungen und Proteste der Gegenseite zu vermeiden, wurde ein Verbot der Veranstaltung für den ganzen Kanton ausgesprochen.

Die Pnos war darüber gar nicht erfreut und versprach zugleich eine Klage einzureichen:

Ob das Verbot der Kantonspolizei überhaupt gültig ist, bezweifelt der Rechtsexperte Reto Müller gegenüber dem SRF. «Es ist fraglich, ob in diesem Fall eine Gefährdung der öffentlichen Ordnung konkret vorliegt», sagt Müller. Er frage sich, ob diese Massnahme insgesamt verhältnissmässig sei, weil sie sämtliche Versammlungen der Pnos im ganzen Kanton für diese Zeit betreffe. Statt der Polizei hätte die Kantonsregierung diesen Entscheid treffen müssen. Die Pnos ist eine legale Organisation, für sie gilt Versammlungsfreiheit.

Beirren lassen sich die Veranstalter vom Verbot nicht, im Gegenteil, wie sie auf Facebook schreiben: «Die Veranstaltung wurde lediglich in St.Gallen verboten. Es gibt noch 25 weitere Kantone in denen wir ungestört feiern können. Also lasst euch nicht von der Propagandaschlacht irre leiten. Auf ein ungestörtes, friedliches und lustiges Fest freuen wir uns.» Zudem gäbe es keine Einreisesperren für die Musiker. Sollte es diese aber geben, werde die Pnos wiederum gerichtlich dagegen vorgehen.

Event höchstwahrscheinlich in Zentralschweiz

In linken Kreisen wird gemunkelt, dass das Rechtsrockkonzert in Bern oder Basel statt finden soll. Konkretes ist aber noch nicht bekannt.

Gegenüber dem Tagblatt hat der Sprecher der Luzerner Polizei, Kurt Graf, gesagt: «Wir rechnen auch damit, dass die Veranstaltung auf unserem Kantonsgebiet stattfinden könnte. Wir beobachten daher die Lage und sind um einen rechtmässigen Ablauf besorgt, sollte der Anlass im Kanton Luzern stattfinden sollen.»

Der Treffpunkt für die spätere Verschiebung ans Konzert soll sich laut Information des Tagblatts jedenfalls im Kanton Aargau befinden.

Sogar T-Shirts für den Abend wurden schon gedruckt:

Lara Abderhalden
veröffentlicht: 14. Januar 2017 12:11
aktualisiert: 14. Januar 2017 21:25