St.Gallen

Polizei hebt erste Wegweisungen wieder auf

Laurien Gschwend, 8. April 2021, 06:50 Uhr
Die Wegweisung gilt für St.Gallerinnen und St.Galler in der Innenstadt und den Drei Weieren – für Auswärtige in der ganzen Stadt.
© Stapo SG
Von den 650 am Sonntag weggewiesenen Personen haben sich inzwischen 29 bei der Stadtpolizei St.Gallen gewehrt. Neun der Wegweisungen wurden bislang aufgehoben.

Um eine dritte Krawallnacht innert kurzer Zeit in der St.Galler Innenstadt zu vermeiden, griff die Polizei am Sonntag hart durch. Sie wies 650 Leute für einen Monat weg, 60 Personen wurden vorübergehend festgenommen.

Es handelt sich um mehr Wegweisungen an einem Abend als sonst während eines ganzen Jahres. Schnell wurden Stimmen von Betroffenen laut, die gar nichts mit dem Gewaltaufruf zu tun hatten, und trotzdem weggewiesen wurden. «Ich wollte nur was essen und dann heimgehen, denn ich unterstütze das Randalieren gar nicht», sagte eine junge Frau gegenüber FM1Today.

«Glaubhafte Erläuterung» nötig

Die Polizei ist bereit, Wegweisungen aufzuheben, wenn diese unbegründet waren. Weggewiesene müssen sich dafür melden und «glaubhaft erläutern» können, dass sie mit dem Gewaltaufruf nichts zu tun hatten. «Bis heute Abend haben sich 29 Personen beziehungsweise deren Eltern gemeldet», sagt Roman Kohler, Mediensprecher der St.Galler Stadtpolizei, am Mittwochabend auf Anfrage von FM1Today.

Vier Personen ohne Erfolg

16 dieser Meldungen wurden bereits abgehandelt. Drei Personen hatten nur eine Frage, vier forderten eine Aufhebung der Wegweisung – ohne Erfolg. Gegen neun Personen wurde die Verfügung aufgehoben. 13 Anfragen sind noch in Bearbeitung.

Die genauen Gründe für die Aufhebungen nennt Kohler nicht. «Unter anderem waren das Personen auf Durchreise, die auf dem Weg kontrolliert wurden.» Während am Ostersonntag vor Ort nicht genügend Zeit gewesen sei, lange Gespräche zu führen, sei es im Nachgang möglich, einzelne Fälle situativ zu beurteilen.

Erste Rekurse beim Kanton

Auf dem Rechtsweg besteht ausserdem die Möglichkeit, die Verfügung beim Kanton anzufechten. Die ersten Rekurse sind bereits eingegangen. Je nach Ausgang der Meldung bei der Polizei wird der Rechtsweg aber gar nicht erst nötig.

Die Polizei macht sich unterdessen für den nächsten Gewaltaufruf bereit. Auch diese Woche wollen sich wieder zahlreiche Leute treffen, unter anderem in St.Gallen. Wie die Stapo ihnen begegnen wird, will sie noch bekanntgeben.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 7. April 2021 17:56
aktualisiert: 8. April 2021 06:50