Polizeikontrolle macht Landwirte hässig

Stefanie Rohner, 27. September 2018, 08:54 Uhr
Landwirte reagierten mit Unverständnis auf Bussen.
Landwirte reagierten mit Unverständnis auf Bussen.
© (KEYSTONE/Martin Ruetschi/Symbolbild)
Die Landwirte sind verärgert. Die Kantonspolizei St.Gallen hat im September ein besonderes Augenmerk auf landwirtschaftliche Fahrzeuge gelegt und diese kontrolliert. Die meisten der Gebüssten reagierten mit Unverständnis.

Das sei doch unnötig und sie würden schon wissen, was sie tun - so haben die Landwirte laut Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, auf die Kontrolle der Polizei reagiert.

Auch mit einem anderen Argument versuchten die Landwirte, die Anzeige oder Busse zu verhindern. «Einige sagten, landwirtschaftliche Fahrzeuge seien ja langsam unterwegs und deswegen sei das nicht gefährlich. Das ist keineswegs der Fall», sagt Schneider.

Er sagt, solange sich ein Fahrzeug auf einer öffentlichen Strasse bewege, müsse die Betriebssicherheit gewährleistet sein. «Deswegen legen wir bei Kontrollen einen so grossen Wert darauf», sagt Schneider.

Fehlende Ladungssicherung

Von 42 kontrollierten Fahrzeugen mussten 17 beanstandet werden. Die meisten Verstösse betrafen Fahrzeuge mit Anhängern und die mangelnde Betriebssicherheit. Sie waren mit ungelösten Anhängern unterwegs und hätten deshalb maximal 30 km/h fahren dürfen. Die meisten der benutzten Zugfahrzeuge fuhren jedoch mit 40 km/h.

Drei Personen müssen wegen fehlender Markierungstafeln und mangelhafter Beleuchtung mit einer Busse rechnen. Zwei weitere Fahrzeuge waren mit Frontanbaugeräten unterwegs, welche die Sicht behinderten.

Weiter wurden einige mangelhafte Bremsen festgestellt und unsichere Anhängevorrichtungen. «Vier der Landwirte hatten eine mangelhafte Ladungssicherung oder sie hat sogar ganz gefehlt», sagt Schneider. Die meisten von ihnen hätten Siloballen transportiert.

«Die meisten fanden es unnötig»

Trotz der vielen Vorschriften habe man in den landwirtschaftlichen Fahrzeugen einiges an Freiheit. «Es gibt aber klare Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen. Unserer Erfahrung nach wird es bei diesen Fahrzeugen aber nicht ganz so genau genommen, wie man eigentlich sollte», sagt Schneider.

Das Unverständnis der Landwirte bei dieser Kontrolle war gross. «Wir bekommen oft zu hören, wir würden doch besser etwas anderes kontrollieren, aber in diesem Fall fanden fast alle, dass es völlig unnötig sei. Sie haben nicht verstehen können, warum die Polizei auf Anzeigen zurückgreifen musste», sagt Schneider.

Stefanie Rohner
Quelle: str/red.
veröffentlicht: 26. September 2018 16:36
aktualisiert: 27. September 2018 08:54