Coronavirus

Präsident der Gesundheitsdirektoren sieht Handlungsbedarf

13. Dezember 2020, 18:00 Uhr
Hält schärfere Massnahmen im Kanpf gegen die Coronavirus-Pandemie für unumgänglich: Lukas Engelberger, Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektoren. (Archivbild)
© KEYSTONE/MARCEL BIERI
Der Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektoren, Lukas Engelberger, hat in einem Interview noch strengere Massnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie gefordert. Den jetzigen Zustand noch wesentlich zu verlängern, hält er für unverantwortlich.

«Wir werden über weitere Massnahmen zur Senkung der Ansteckungen reden müssen», sagte der Basler Gesundheitsdirektor in einem am Sonntag online publizierten Tamedia-Interview. Am Montag würden sich dazu die Gesundheitsdirektoren der Kantone mit Bundesrat Alain Berset treffen.

«Die Situation ist sehr schwierig», sagte der 45-jährige CVP-Politiker weiter. Zurzeit gebe es nur noch Kapazitäten in den Spitälern, weil die Strukturen verstärkt worden seien und auf viele Eingriffe verzichtet würden. «Und das sind nicht nur ‹Nice to have›-Eingriffe.»

Angleichung ans Ausland

Dabei zeigte sich Engelberger auch kritisch gegenüber dem föderalen System. «Es ist unverantwortlich, wenn kantonale Regierungen zu sehr mit dem Regime des Nachbarkantons argumentieren. Es ist unverantwortlich, wenn die Menschen als Konsequenz daraus die Massnahmen mit einem Ausflug in den benachbarten Kanton umgehen.»

Das bringe alle an die Grenzen der Eigenverantwortung. «Im föderalistischen Dialog haben wir in der vergangenen Woche nicht geleistet, was wir eigentlich hätten leisten sollen», sagte Engelberger.

Irgendwann werde die Diskrepanz zwischen den Massnahmen und den Fallzahlen sowie der Unterschied zu den Massnahmen im nahen Ausland «einfach zu gross». «Wir müssen auch verhindern, dass eine Sogwirkung auf die Schweiz entsteht, wenn in der Nachbarschaft das öffentliche Leben runtergefahren wird», so Engelberger.

Quelle: sda
veröffentlicht: 13. Dezember 2020 18:00
aktualisiert: 13. Dezember 2020 18:00