Priester sollen in Sex-Kurse

René Rödiger, 2. September 2018, 07:08 Uhr
Gebetszeremonie für Opfer von sexuellem Missbrauch in der Kirche in der Basilika Valere in Sion im Jahr 2016. (Archivbild)
Gebetszeremonie für Opfer von sexuellem Missbrauch in der Kirche in der Basilika Valere in Sion im Jahr 2016. (Archivbild)
© KEYSTONE/OLIVIER MAIRE
Die Schweizer Bischofskonferenz plant die Einführung von Sexualerziehungskursen für Kirchenvertreter. Ziel ist es, Missbrauch zu verhindern, wie die «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» berichten.

Giorgio Prestele, Präsident einer von den Bischöfen beauftragten Expertengruppe, geht noch weiter: «Ich kann mir auch vorstellen, dass Priester und Laientheologen vor der Anstellung - für angehende Priester vor der Weihe - ein Assessment durchlaufen müssten, in dem evaluiert wird, wie sie sich mit dem Thema der eigenen Sexualität auseinandersetzen.»

Die Bischofskonferenz wird daher ab Montag in St. Gallen über Präventionsmassnahmen diskutieren. Thema sein wird auch eine verschärfte Meldepflicht bei Übergriffen. Das Fachgremium beantragt, die Richtlinien so anzupassen, dass es in jedem Fall zu einer Anzeige bei der Justiz kommen muss, wenn es Hinweise auf ein Offizialdelikt gibt. Bisher war dies nur für minderjährige Opfer klar formuliert. Bei Erwachsenen hatte die Kirche einen gewissen Spielraum.

René Rödiger
Quelle: SDA
veröffentlicht: 2. September 2018 07:08
aktualisiert: 2. September 2018 07:08