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«Rekruten dürfen unter der Woche nicht Autofahren»

8. Januar 2021, 20:18 Uhr
12'000 Rekrutinnen und Rekruten werden am 18. Januar in den Dienst starten. 5000 davon werden die ersten drei Wochen aber von zu Hause aus die Grundausbildung absolvieren. Die Gründe dafür erklärt Armeesprecher Daniel Reist im Interview.
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Quelle: tvo

Wieso starten einige Rekruten von zu Hause aus in die Rekrutenschule?

Daniel Reist: Wir erwarten zum Start der RS rund 12'000 Rekrutinnen und Rekruten und rund 2800 Kaderpersonen. Diejenigen, die einrücken, werden am ersten Tag getestet. Wir wollen sicherstellen, dass all jene, die positiv getestet werden, in Quarantäne geschickt werden können. Das geht nur, wenn nicht alle auf einmal kommen.

Wie wird man kontrollieren, dass die Rekruten sich richtig vorbereiten?

Sie bekommen ein klar vorgegebenes Programm, ein sogenanntes Learning-Management-System. Über das Internet können sie Lernmodule absolvieren. Ob sie dies getan haben, wird beim Einrücken überprüft. Diejenigen, die den Test nicht bestehen, müssen in ihrer Freizeit so lange lernen, bis sie erfolgreich sind. Wir müssen auf die Eigenverantwortung setzen.

Wie sieht die physische Ausbildung aus?

Die Rekruten haben Vorgaben von vier Stunden Sport pro Woche. Dazu gehören Gymnastik-Programme, Joggen und so weiter. Mehr können wir dort nicht machen.

Daniel Reist ist der Mediensprecher der Schweizer Armee.

© Keystone

Wie frei können sich die Rekrutinnen bewegen?

Man kann nicht verhindern, dass die Leute nach draussen gehen. Sie müssen auch ihre Einkäufe erledigen. Sie dürfen aber nicht Autofahren. Dies, weil sie im Militär versichert sind und im Dienst stehen. Für Privatfahrten sind sie während dieser Zeit nur am Wochenende versichert.

Wer rückt am 18. Januar ein und wer bleibt zu Hause?

Wir wollen die Rekrutinnen und Rekruten möglichst schnell ausbilden, welche im Falle einer dritten Corona-Welle ausrücken müssten. Dazu gehören die Spital-, Rettungs- und Sanitätstruppen. Auch gewisse Infanterieschulen werden zu «Helping-Hands» ausgebildet, welche einfachere Pflegeaufgaben übernehmen können. Diese werden wie gehabt am 18. Januar einrücken. Zu Hause bleiben vorerst beispielsweise die Panzertruppen, Führungsunterstützungstruppen oder die Logistik.

(Interview: Nico Meier, CH Media Radio News/red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 8. Januar 2021 20:18
aktualisiert: 8. Januar 2021 20:18