Revolut

Schon Viertelmillion Schweizer nutzt umstrittene Finanz-App

15. Oktober 2019, 16:12 Uhr
Revolut-Handyapp
Die Revolut-App ermöglicht viele Finanzvorgänge auf dem Smartphone.
© istock
Die Finanzdienstleistungs-App Revolut wird in der Schweiz immer beliebter. Dabei ist sie alles andere als unumstritten. Der Erfolg zeigt auf, dass Schweizer Banken die Digitalisierung teilweise verschlafen haben.

Geldüberweisungen ins Ausland ohne Transaktionsgebühren, Prepaid-Kreditkarte, Bankkonto, Versicherungsabschlüsse, Finanzplanung und vieles mehr - über eine einzige Handy-App. All das verspricht Revolut.

Die Handy-App wurde auf der ganzen Welt inzwischen millionenfach heruntergeladen, auch in der Schweiz nimmt die Nutzerzahl stark zu. Mittlerweile sollen über 250'000 Schweizerinnen und Schweizer die App auf ihren Handys haben. 180'000 seien allein dieses Jahr dazugekommen, schreibt die Handelszeitung.

Banklizenz in Litauen

Gegründet wurde Revolut von zwei Engländern. Sie störten sich daran, dass traditionelle Banken so lange brauchten, um digitale Dienstleitstungen anzubieten. Sie wollten deswegen die Branche von Grund auf umkrempeln. 

Eine Banklizenz hat das Unternehmen nur in Litauen erhalten. Skeptisch scheint das nur die wenigsten zu machen. Längst gilt Revolut als «Einhorn» unter den Start-Ups: ein Unternehmen mit einem Wert von über einer Milliarde Franken, das nicht an der Börse gehandelt wird. 

Viele Vorteile 

Wenn man über die dubios anmutende Banklizenz hinwegsieht, bietet Revolut tatsächlich einige Vorteile gegenüber traditionellen Banksystemen. In viele Ländern kann Geld gebührenfrei überwiesen werden. Mit der Prepaid-Kreditkartenfunktion kann man gebührenfrei im Ausland bezahlen, mit der Plastik-Kreditkarte ist ein günstiger Bezug von Bargeld im Ausland möglich. 

Für einige Zusatzfunktionen, wie zum Beispiel den Online-Umtausch von Kryptowährungen oder den Direktabschluss von Versicherungen, ist ein Premium-Abo nötig, dieses gibt es ab 8.99 Franken. Der Handel mit Aktien ist in der Schweiz derzeit noch nicht möglich. 

Obwohl in der Schweiz noch nicht alle Funktionen verfügbar sind, zeigt das rasante Wachstum ein grosses Bedürfnis nach digitalen Finanzdienstleistungen auf. Diesem sind die hiesigen Banken bis jetzt nur zögerlich nachgekommen. Wenn der Höhenflug von Revolut im gleichen Tempo weitergeht, könnte sich das ziemlich schnell ändern. 

(thc)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 19. Oktober 2019 13:20
aktualisiert: 15. Oktober 2019 16:12