Schweigeminute für Lawinenopfer von Crans-Montana

21. Februar 2019, 16:30 Uhr
Die Piste wurde auf einer Länge von rund 400 Metern verschüttet. An den Sucharbeiten nach dem Lawinenabgang waren zahlreiche Rettungskräfte beteiligt.
Die Piste wurde auf einer Länge von rund 400 Metern verschüttet. An den Sucharbeiten nach dem Lawinenabgang waren zahlreiche Rettungskräfte beteiligt.
© Keystone/EPA KEYSTONE/ANTHONY ANEX
Zwei Tage nach dem Lawinenunglück in Crans-Montana VS haben am Donnerstag um 14.23 Uhr im Skigebiet zahlreiche Menschen mit einer Schweigeminute des Opfers gedacht. Genau zu dieser Zeit hatte sich das Unglück ereignet, das einen Pistenpatrouilleur das Leben kostete.

Zu Schweigeminute riefen die Bergbahnen Crans-Montana (CMA) auf. Sie luden zudem alle Angestellten und Betroffenen dazu ein, zum Zeichen der Solidarität während einer Woche eine schwarze Armbinde zu tragen. Wegen des Trauertags sagten die Bahnen zudem eine für den Abend geplante LED-Taschenlampenabfahrt ab.

Zudem richtete das Unternhmen in einer Gondelstation einen Andachtsraum ein. Auf einer Gedenktafel nahmen Menschen mit Trauerbotschaften Abschied vom Verstorbenen und drückten den Angehörigen ihr Beileid aus. Zahlreiche Blumen und Kerzen erinnern an das tragische Unglück.

Der Mitarbeiter der Bergbahnen kam bei einem Rettungseinsatz ums Leben. Der 34-jährige Franzose kümmerte sich am Pistenrand um eine verletzte Person auf der geöffneten Skipiste, als diese von den gewaltigen Schneemassen überrollt wurde.

Der Mann wurde in kritischem Zustand mit einem Helikopter in das Spital von Sitten geflogen, wo er später verstarb. Der Patrouilleur arbeitete seit neun Jahren für die Bergbahnen des Walliser Ferienorts. Er hinterlässt eine Frau und zwei kleine Kinder.

Die Lawine donnerte am frühen Dienstagnachmittag in der Region La Plaine Morte talwärts. Dabei wurde die Piste Kandahar auf einer Länge von etwa 400 Metern verschüttet. Drei weitere Menschen wurden ebenfalls von der Lawine erfasst und leicht verletzt.

Nach der Tragödie stellt sich die Frage nach der Verantwortung. Die Walliser Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung zu den Umständen des Unglücks eingeleitet. In verschiedenen Medienberichten wurde inzwischen Kritik an den Bahnen laut. Die Piste hätte aufgrund der hohen Temperaturen und der damit verbundenen Gefahr von Nassschneelawinen gesperrt sein sollen, hiess es.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 21. Februar 2019 15:38
aktualisiert: 21. Februar 2019 16:30