Schweiz für kurze Zeit unter einer dünnen Schneedecke

3. Februar 2019, 16:30 Uhr
Die Schweiz ist am Sonntagmorgen unter einer dünnen Schneedecke aufgewacht. Auf den Strassen kam es deswegen zu zahlreichen Unfällen. Die meisten verliefen glimpflich. Drei Personen wurden leicht verletzt.

Auf den schneebedeckten Strassen verloren am Sonntag mehrere Autofahrerinnen und Autofahrer im Kanton St. Gallen die Kontrolle über ihre Fahrzeuge, weil sie die Geschwindigkeiten nicht den Verhältnissen anpassten, wie die Kantonspolizei mitteilte. Insgesamt verzeichnete die Polizei 13 Unfälle, eine 31-jährige Autofahrerin wurde leicht verletzt.

Auf der Autobahn A1 von Murten FR in Richtung Bern geriet eine 21-jährige Autofahrerin bei einem Bremsmanöver bei Kerzers FR auf der schneebedeckten Strasse ins Schleudern. Sie kollidierte mit der Mittelleitplanke und kam auf der Überholspur zum Stillstand. Bei dem Unfall wurde die Frau leicht verletzt.

In Diegten BL blieb das Auto eines 62-Jährigen im Schnee stecken und wurde von einem Unbekannten abgeschleppt. Bei der anschliessenden Abschleppfahrt verlor der 62-Jährige in einer Kurve die Kontrolle über sein Fahrzeug und kollidierte mit einem korrekt entgegenkommenden Auto. Verletzt wurde niemand.

Bei der Salzgalerie in Davos GR geriet eine 19-jährige Autofahrerin ins Schleudern, streifte die Schneemauer und kollidierte frontal mit dem Galerieportal. Die Frau wurde leicht verletzt, am Auto entstand Totalschaden.

In Niederurnen GL verlor ein 45-jähriger Autofahrer im Schneematsch die Kontrolle über sein Fahrzeug und schleuderte in eine Leitplanke. Es entstand grosser Sachschaden, der Lenker blieb aber unverletzt. Und auch auf der A3 in Benken SG geriet ein 25-Jähriger bei Beschleunigen im Schneematsch ins Schleudern und prallte in die Leitplanke. Auch er blieb unverletzt.

Am meisten schneite es in der Nacht auf Sonntag in der Zentralschweiz, wie Roger Perret von MeteoNews auf Anfrage sagte. In der Region Pilatus fielen in der Nacht ab 1000 Meter über Meer bis zu 50 Zentimeter Neuschnee. In den tiefen Lagen jedoch regnete es bis in den Morgen.

Am Sonntagmorgen war das Mittelland verbreitet weiss, es gab bis zum 10 Zentimeter Neuschnee, ab 800 bis 1000 Meter über Meer sogar 20 bis 50 Zentimeter. Doch die Mengen seien nicht vergleichbar mit den Schneefällen im Januar, sagte Perret.

Im Glarnerland, im Wallis, im Prättigau und am Gotthard ist die Schneeschicht zur Zeit mit über zwei Meter trotzdem überdurchschnittlich hoch. Entlang der Voralpen kämen in der Nacht noch 10 bis 15 Zentimeter dazu, bevor dann ein Hochdruckgebiet die Kontrolle übernehme und in der ganzen Schweiz für recht schönes Wetter sorge.

In Nacht auf Samstag waren im Bergell und im Oberengadin rund 70 Zentimeter Neuschnee gefallen, wie Urs Graf von Meteoschweiz sagte. Die RhB musste deshalb am Morgen aus Sicherheitsgründen die Berninalinie für den Zugverkehr sperren.

Am Nachmittag wurde aufgrund von Schneerutschgefahr im Albulatal ausserdem die RhB-Strecke zwischen Bergün und Filisur von 16 Uhr bis Betriebsschluss gesperrt.

Sogar im Tessin schneite es am Wochenende kräftig weiter. Und diese Niederschläge kann der Südkanton gut gebrauchen. Denn im Dezember und im Januar war in Lugano jeweils nur rund 10 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge gefallen, wie SRF Meteo auf seiner Internetseite mitteilte. In den tiefsten Lagen blieb die weisse Pracht aber nicht lange liegen. Dazu war der Boden gemäss SRF Meteo viel zu warm.

Im bündnerischen Puschlav, im Bergell, im Val Münstair und im Gebiet zwischen Oberalppass und San Bernardino bleibt nach Angaben des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) die Lawinengefahr gross. Das entspricht der zweithöchsten von fünf Gefahrenwarnstufen. Im Rest der Alpen ist die Lawinengefahr erheblich.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 3. Februar 2019 16:04
aktualisiert: 3. Februar 2019 16:30