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Hypothekarmarkt

Schweizer Hypothekarmarkt bleibt fest in den Händen der Banken

24. Juni 2021, 09:13 Uhr
Der Schweizer Hypothekarmarkt wächst und wächst. Im vergangenen Jahr erreichte das Volumen der Hypothekarkredite einen neuen Höchstwert.
Hypothekarkredite haben 2020 ein Rekordvolumen erreicht. Obwohl neue Anbieter auf dem Markt kommen, werden Hypotheken noch immer hauptsächlich von Banken vergeben. (Symbolbild)
© KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT

Das zeigt: Die Coronakrise hatte keinen negativen Effekt auf die Entwicklung des Hypothekarmarktes. Die Banken bleiben dabei der mit Abstand wichtigste Kreditgeber.

Im Jahr 2020 wuchs das Volumen am Schweizer Hypothekarmarkt um 3,4 Prozent auf 1'138 Milliarden Franken, wie es in einer am Donnerstag von Moneypark veröffentlichten Studie heisst. Das Wachstum des hiesigen Hypothekarmarkts sei vor allem auf steigende Immobilienpreise zurückzuführen.

Die Wohneigentumsquote stagniere dagegen seit Jahren auf tiefen rund 40 Prozent, heisst es in der Studie weiter. Für das laufende Jahr erwartet der Hypothekendienstleister ein Wachstum in ähnlicher Höhe wie 2020 von drei bis vier Prozent.

Kantonalbanken bleiben an der Spitze

Die Kantonalbanken liegen am Hypothekarmarkt mit einem Volumen von über 401 Milliarden Franken an erster Stelle, gefolgt von den Grossbanken mit knapp 296 Milliarden Franken. An dritter Stelle liegt die Raiffeisen Gruppe mit 190 Milliarden.

Während das Hypothekarvolumen der Kantonalbanken im vergangenen Jahr mit 3,9 Prozent gewachsen ist, haben sich Regionalbanken und Sparkassen (+3,1%), die Raiffeisenbanken (+2,7%), die Versicherungen (+2,5%) sowie die Grossbanken (+2 %) unter dem Markt entwickelt.

Der Marktanteil der Versicherungen ist mit 39,5 Milliarden und jener der Pensionskassen mit 24 Milliarden Franken nach wie vor verschwindend klein, auch wenn vor allem die Pensionskassen jährlich zweistellig wachsen. Pensionskassen erreichten dabei im letzten Jahr einen Marktanteil von zwei Prozent.

Vermittler legen weiter zu

Ein wachsendes Feld bei der Vergabe von Hypotheken sind die Intermediäre wie Moneypark. Nachdem sie bis 2012 in der Schweiz faktisch noch inexistent gewesen seien, hätten sie 2020 Hypotheken im Volumen von sieben und acht Milliarden Franken vermitteln können.

Bei einem jährlichen Marktvolumen von rund 180 Milliarden Franken, davon sind rund 140 Milliarden zur Verlängerung anstehende Hypotheken und etwa 37 Milliarden neue Kredite, liegt der Anteil der Vermittler bei über vier Prozent. Auch 2021 dürften sie wie in den letzten Jahren um drei bis vier Prozent wachsen.

Vor allem auch alternative Anleger wie Pensionskassen dürften an Marktvolumen gewinnen, da sie auf der Suche nach attraktiven Anlagemöglichkeiten seien, heisst es.

Schweiz einer der grössten Hypothekarmärkte

Der Schweizer Markt zählt zu den grössten der Welt. Zum Vergleich: Die ausstehenden Hypothekarkredite in Deutschland belaufen sich mit 1'250 Milliarden Euro nominal in ähnlichen Sphären wie in der Schweiz - Deutschland ist aber mit 83 Millionen Einwohnern rund zehnmal grösser als die Schweiz und hat mit über 50 Prozent eine deutlich höhere Eigentumsquote.

Quelle: sda
veröffentlicht: 24. Juni 2021 09:10
aktualisiert: 24. Juni 2021 09:13