Volle Asylzentren

SEM-Chefin: Balkanroute könnte sich im Winter nicht beruhigen

29. Oktober 2022, 06:38 Uhr
Flüchtlingsströme über die Balkanroute setzen die Schweiz unter Druck. Die oberste Asylchefin erwartet keine rasche Entspannung der Situation.
Ob sich die Flüchtlingsroute über den Balkan wie bis anhin über den Winter beruhigt, ist dieses Jahr nicht sicher, sagte die Staatssekretärin für Migration Christine Schraner Burgener. Wegen der Energieversorgung könnten dann mehr Menschen aus der Ukraine flüchten. (Archivbild)
© KEYSTONE/MICHAEL BUHOLZER
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Ob sich die Flüchtlingsroute über den Balkan wie bis anhin über den Winter beruhigt, ist dieses Jahr nicht sicher, sagte die Staatssekretärin für Migration Christine Schraner Burgener. Wegen der Energieversorgung könnten dann mehr Menschen aus der Ukraine flüchten.

Bundesasylzentren überlastet 

«Somit ist unsicher, ob sich die Lage im Winter tatsächlich entspannt», sagte die Chefin des Staatssekretariats für Migration (SEM) in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit dem «Blick». Wegen der angespannten Lage in den Bundesasylzentren müsse der Bund ab nächster Woche wohl auch Menschen an die Kantone überweisen, die deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen sind.

«Grösste Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg»

Trotz der vollen Bundesasylzentren sagte Schraner Burgener: «Die Schweiz hat die Ukraine-Krise gut gemeistert.» Im Gegensatz zu anderen Ländern müssten Geflüchtete hier nicht draussen oder in Zelten schlafen.

Der Bund habe zudem vor hohen Flüchtlingszahlen gewarnt. «Das war keine Schwarzmalerei», so die SEM-Chefin. «Wir sind in der grössten Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg.» Bis Ende Jahr könnten bis zu 120'000 Menschen aus der Ukraine und 24'000 reguläre Asylgesuche verzeichnet werden. Immerhin: «Viele Kantone haben aber in den letzten Monaten sehr gut gearbeitet und sind gut vorbereitet.»

(sda/ris)

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 29. Oktober 2022 06:27
aktualisiert: 29. Oktober 2022 06:38