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Tipps für die Rabattschlacht

So lässt du dich am Black Friday nicht über den Tisch ziehen

Nico Conzett, 25. November 2021, 05:47 Uhr
Morgen Freitag ist Black Friday – jener Tag, der die Einkaufssaison zur Weihnachtszeit einläutet und für Rekordumsätze sorgt. Ein Experte erklärt, wo die Gefahren in der Rabattschlacht lauern und wie du diese überstehst, ohne dem Konsumwahn zu verfallen.
Tag des Konsums: Anlässlich des Black Fridays schmeissen die Detailhändler mit übergrossen Rabattzahlen um sich.
© KEYSTONE/EPA/Ramon van Flymen

Der morgige Freitag spaltet die Gemüter: Während einige am Black Friday reihenweise Schnäppchen wittern und sich diese unter den Nagel reissen, können andere mit dem ausgemachten Konsumrausch wenig bis gar nichts anfangen.

Damit man nicht der ungehemmten Konsumwut verfällt und den Black Friday sinnvoll nutzen kann, gilt es einige Dinge zu beachten. Am Einkaufstag lassen sich nämlich gewisse Produkte durchaus zum Vorzugspreis erstehen, oft wird der Anlass aber auch als reines Marketinginstrument missbraucht, um den Kunden Bestpreise vorzugaukeln. Jean-Claude Frick ist Digitalexperte beim Online-Vergleichsdienst Comparis. Er erklärt, worauf man am schwarzen Freitag besonders achten muss, damit man in der Rabattschlacht nicht untergeht.

Wie erkenne ich, ob ein Produkt tatsächlich günstiger ist als sonst?

Seit der Black Friday in unseren Gefilden Einzug gehalten hat, gibt es Unternehmen, die es nicht immer ganz ehrlich mit den Konsumentinnen und Konsumenten meinen. Manchmal orientiert sich der Betrag, der am Black Friday verlangt wird, nicht am üblichen Marktpreis. Es kommt vor, dass er künstlich erhöht wird, damit die Preisschilder mit überdimensionalen Rabattzahlen versehen werden können – und der Preis letzten Endes nicht tiefer ist als sonst.

Um Scheinrabatte zu erkennen, bedarf es ein wenig Vorbereitung. «Am besten vergleicht man die Preise am Black Friday mit jenen vor ein paar Wochen oder gar Monaten. Idealerweise macht man das bereits ein paar Tage vor dem Black Friday», erklärt Jean-Claude Frick.

Vorbereitung für die Rabattschlacht: Den Preis, hier am Beispiel einer Playstation 4, nachverfolgen, um Scheinrabatte zu entlarven.

© Screenshot Comparis

Wer im Vorherein noch nicht genau weiss, was er kaufen möchte und sich die Angebote am Black Friday einfach einmal anschauen möchte, der kann den Preisvergleich auch kurzfristig vornehmen. Zum Beispiel indem man Vergleichsportale aufsucht, welche die Preisentwicklung von Produkten dauerhaft festhalten. Mittlerweile gibt es auch einige Händler, die der Transparenz halber Preisentwicklungen ihrer Produkte selbst aufzeigen.

Gibt es ausser dem Preis weitere Fallen, die am Black Friday lauern?

«Man muss aufpassen, was man kauft. Das klingt banal, ist aber tatsächlich so», sagt Experte Frick. Denn: Auch hier spielen manche Anbieter ein vielleicht nicht falsches, aber doch ziemlich fragwürdiges Spiel. «Sehr oft werden Modelle günstiger angeboten, die schon seit zwei, drei Jahren auf dem Markt sind.» Ladenhüter also. Und da ist es für gewisse Anbieter natürlich verlockend, diese mit einem grossen Rabattschild zu versehen, um sie doch noch irgendwie loszuwerden. Der Expertentipp von Frick: «Ganz genau hinschauen, damit man wirklich nur das kauft, was man sich vorgestellt hat.»

Wie entlarve ich Betrugsversuche?

Während einige Anbieter es bei nur bedingter Ehrlichkeit belassen, tauchen am Black Friday auch handfeste Betrugsversuche auf. Insbesondere beim Onlineshopping gebietet es sich, Vorsicht walten zu lassen. Nicht, dass man ein Produkt kauft und es dann nie erhält. Frick liefert eine einfache Faustregel, um zu verhindern, dass man in die Röhre guckt: «Wenn es zu schön ist, um wahr zu sein, ist es meistens auch nicht wahr.» Ein Beispiel: das iPhone 13. Dieses kostet derzeit deutlich über 1000 Franken. «Wenn dieses am Black Friday plötzlich irgendwo für 500 Franken angeboten wird, handelt es sich mit Sicherheit um ein Fake-Angebot», sagt Frick.

Generell gilt: Meistens werden nicht die neuesten Produkte günstiger angeboten, sondern jene, die bereits etwas älter sind. «Ein iPhone 13 wird auch am Black Friday mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht günstiger angeboten werden», so Frick.

Von welchen Produkten soll ich am Black Friday ganz die Finger lassen?

«Es gibt Produkte, die werden am Black Friday teils sogar teurer angeboten als üblich», sagt der Experte. Beispielsweise im Kosmetik- oder Kleiderbereich komme dies vor. «Bei Kosmetikartikeln werden manchmal Päckchen geschnürt, die ein Produkt, ein Parfüm beispielsweise, günstiger anbieten – in Kombination mit den anderen Produkten aus dem Päckchen läuft man aber Gefahr, mehr zu kaufen, als man braucht und ebenso mehr zu bezahlen.»

Frick hält aber auch fest, dass man am Black Friday grundsätzlich in jedem Marktsegment günstiger einkaufen kann: «Wenn man die Augen offen hält, ist es praktisch in jedem Bereich möglich, ein Schnäppchen zu erstehen.»

Und wo gibt es die besten Deals zu holen?

Auch hier hält der Experte eine klare Antwort bereit: «Spielkonsolen und Kopfhörer – das sind zwei Produktekategorien, in denen es am Black Friday immer sehr gute Deals gibt. Wenn man bereits weiss, dass man etwas davon braucht, dann würde ich hier am Black Friday zuschlagen.»

So, nun bist du mit den wichtigsten Grundlagen versorgt, die es braucht, um die Rabattschlacht am Freitag heil zu überstehen. Und falls dir der hemmungslose Konsumrausch nicht so zusagt – zum Glück lässt sich das ganze Ereignis auch problemlos einfach ignorieren.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 25. November 2021 05:47
aktualisiert: 25. November 2021 05:47