Branchenvereinbarung

So viel zahlst du künftig für werbefreies Replay-TV

Angela Rosser, 14. September 2022, 14:32 Uhr
Ab dem 4. Oktober kommt man auch im Replay-TV nicht mehr um Werbung herum, ausser man zahlt. Was das genau für die Konsumentinnen und Konsumenten heisst, erklärten die Zuständigen an einer Medienkonferenz.

Einer der grössten Vorteile am Replay-TV, wie es viele Anbieter im Preiskatalog führen, war bisher der Verzicht auf Werbung. Sendung aufnehmen, Play drücken und Werbung einfach vorspulen. Spulen ist auch das Schlüsselwort. Das soll mit der neuen Branchenvereinbarung nicht mehr möglich sein. Wies jetzt weitergeht und wie viel Werbung man ab dem 4. Oktober vorgesetzt bekommt, klärten die Verantwortlichen an einer Medienkonferenz.

Einzelne Werbungen statt Werbeblöcke

Klar ist, es wird teurer. Der Geschäftsführer von Suissedigital, Simon Osterwalder, erklärt die Optionen so, dass es gar eine Verbesserung darstelle. Auf lineare Werbung kann nämlich nach wie vor verzichtet werden. Das heisst: Statt eines minutenlangen Werbeblocks, wird einem beim Druck auf den Startknopf bei einer aufgenommenen Folge, lediglich ein fünf bis sieben Sekunden langer Werbespot vorgespielt. Drückt man während der Sendung auf Pause, wird während dieser Zeit ein erneuter Werbeblock abgespielt.

Skippen statt spulen

Das neue Feature ist das «Überspringen», das das «Spulen» ersetzt. Klingt im ersten Moment verwirrend, ist es aber nicht, wie Osterwalder erklärt.

Anstatt zu hoffen, dass man den richtigen Zeitpunkt nach der Werbung erwischt, kann mit der neuen Funktion effektiv zum gewünschten Punkt gesprungen werden.

Neue Optionen, neue Kosten

Bei der Swisscom heisst die neue Option Replay Comfort und kostet monatlich 6.90 Franken mehr. Es wird keine Anfangswerbung beim Start einer Replay-Sendung und auch keine Displaywerbung beim Drücken des Pausenknopfes angezeigt, schreibt Swisscom in einer Mitteilung.

Wer bei Sunrise keine Werbung möchte, abonniert zusätzlich die Skip Ads Option für 7.90 Franken im Monat.

So sieht die Werbung der Zukunft aus

Bucht man die Zusatzfunktion bei seinem Anbieter nicht, kommt man um diese drei Versionen von Werbung, die ab dem 4. Oktober beim zeitversetzten Fernsehen ausgespielt werden, nicht mehr herum:

1. Start-Ads: Zum Anfang einer Replay-Sendung flimmert ein kurzer Werbespot über den Fernseher, wie bei anderen Videoplattformen.

2. FFW (Fast Forward)-Ads: Es kann nicht mehr der ganze Werbeblock gespult werden. Der Spulvorgang wird für einzelne Werbungen gestoppt und diese abgespielt.

3. Pause-Ads: Wird während einer aufgenommenen oder auch Live-Sendung die Pause-Taste gedrückt, taucht währen dieser Pause Werbung auf.

Warum eigentlich Oktober?

Da rund um die Weihnachtszeit wichtige Sportereignisse stattfinden, lasse man die Systeme der Verbreitungsunternehmen (Swisscom, Sunrise & Co.) zu dieser Zeit in Ruhe. Somit war der 4. Oktober der letztmögliche Zeitpunkt für eine solche Anpassung, erklärt Osterwalder.

Osterwalder sagt, dass dieser Schritt notwendig sei, um eine gewisse Rechtssicherheit zu wahren und den Bedürfnissen der Sender gerecht zu werden. «Man muss eine Lösung finden, die allen passt», erklärt er. Ausserdem sieht er in der Änderung keinen Rück-, sondern einen Fortschritt.

Insbesondere die Möglichkeit, punktgenau zum Anfang einer Aufnahme zu springen sei eine Errungenschaft. «Wir haben die Applikation nicht gekillt und sind minimal invasiv unterwegs», erklärt er die neuen Rahmenbedingungen der Branchenvereinbarung.

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 14. September 2022 14:21
aktualisiert: 14. September 2022 14:32
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