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Schweizer Alpenclub

So viele Bergunfälle wie noch nie – 3500 Personen gerieten in Not

10. März 2021, 08:32 Uhr
Im vergangenen Jahr gerieten in den Schweizer Alpen fast 3500 Personen in eine Notlage und mussten gerettet oder geborgen werden. 180 Personen verloren ihr Leben in den Bergen. Das sind so viele wie noch nie – trotz oder gerade wegen der Corona-Pandemie.

Die Freizeit- und Feriengestaltung der Schweizer wurde im Jahr 2020 durch die Pandemie stark beeinflusst. Deshalb zog es viele in die Berge – trotz des Aufrufs der Behörden und Alpinverbänden auf sportliche Aktivitäten in den Bergen zu verzichten.

Mit den Lockerungen im Mai 2020 seien die Unfallzahlen stark angestiegen. Dabei gerieten insgesamt 3471 Berggänger in eine Notlage (Vorjahr 2'909). Bei 1‘627 Personen passierte dies beim Wandern. Gefolgt von Hochtouren mit  440 Fällen. Dies teilt der Schweizer Alpen-Club SAC mit.

Anzahl Notfälle nach Tätigkeit
© Schweizer Alpenclub SAC

Rund 1100 Personen konnten gesund oder mit leichten Verletzungen gerettet werden. 112 Berggängerinnen und Berggänger verunfallten tödlich. Dabei geschahen rund ein Viertel der tödlichen Unfälle in der Zentralschweiz, im Alpstein und Churfirsten waren es knapp 9 Prozent, in den Bündner Alpen knapp 10 Prozent (siehe Grafik). Insgesamt verloren 180 Personen ihr Leben in den Bergen, 47 davon aufgrund einer Erkrankung wie Herz-Kreislaufprobleme, 21 bei Sportarten wie Delta- oder Gleitschirmfliegen, Base-Jumping oder Mountainbiken.

Tödliche Unfälle, aufgeteilt nach Region
© Schweizer Alpenclub SAC

Auffallend ist der deutlich tiefere Anteil ausländischer Opfer im Vergleich zu den Vorjahren. In anderen Jahren lag dieser über 40 Prozent – vergangenes Jahr betrug er mit 30 Todesfällen lediglich 27 Prozent. Dies sei zu einem grossen Teil auf die Reisebeschränkungen zurückzuführen. Die Hälfte aller tödlich verunfallten Personen kam aus Deutschland.

Die Nationalität der ausländischen Opfer, die tödlich verunfallten
© Schweizer Alpenclub SAC

Der SAC empfiehlt, Bergwanderungen im Voraus sorgfältig zu planen und sich laufend über die Verhältnisse und das Wetter zu informieren. Auch wird daran erinnert, dass der Wanderweg nicht verlassen werden sollte und schneebedeckte oder vereiste Passagen vorsichtig zu beurteilen sind. Ebenfalls sollten gute Bergschuhe zur Grundausrüstung gehören. Im Zweifelsfall sei es besser umzukehren.

(mja)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 10. März 2021 06:23
aktualisiert: 10. März 2021 08:32