Wahlbarometer 2022

So würde die Schweiz heute wählen – die 5 wichtigsten Punkte

Loris Gregorio, 26. Oktober 2022, 17:14 Uhr
Verlust bei den Grünen und ein leichter Rechtsrutsch: Das Wahlbarometer zeigt im Hinblick auf die nationalen Wahlen 2023, wie die Schweiz heute wählen würde. Erstmals gab es dieses Jahr Antwort auf die Frage, wie es um die Parteispitze steht. Ausserdem geben die Befragten die Partei-Wechselgründe an.

Quelle: Bundeshaus-Redaktion

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Seit den letzten nationalen Wahlen 2019 sah die Welt einige Krisen. Pandemie, der Ukraine-Krieg und der Energiemangel bewegen die Welt heute noch. Bei den Wähleranteilen gab es trotzdem nur sehr kleine Verschiebungen. Das zeigt das SRG-Wahlbarometer, das vom Forschungsinstitut Sotomo durchgeführt wurde.

1. Nach dem Linksrutsch gehts nun nach rechts

Beim Wähleranteil gibt es laut der Umfrage einen leichten Rechtsrutsch, nachdem es bei den letzten nationalen Wahlen eher nach links ging. Der grösste Wähleranteil, mit über einem Viertel der Bevölkerung, bleibt bei der SVP. Auf Platz zwei und drei folgen SP und FDP mit geringem Unterschied. Den grössten Zuwachs verbuchen laut Wahlbarometer die Grünliberalen mit 1,5 Prozentpunkten.

Die Grünen hingegen verlieren die gleiche Menge, wie die Grünliberalen gewinnen. Dies, nachdem sie bei den eidgenössischen Wahlen 2019 ein Sensationsergebnis erzielt hatten. Dennoch würde die Partei mit den nächsten Wahlen das zweitbeste Ergebnis erreichen.

2. Welche Rolle spielen die Präsidentinnen und Präsidenten der Parteien?

Für das diesjährige Wahlbarometer wurden die Teilnehmenden erstmals auch über das Präsidium der präferierten Partei befragt. Ganz oben steht hier FDP-Parteipräsident Thierry Burkart. Über zwei Drittel der Wählerinnen und Wähler empfinden seinen Einfluss als positiv. Ganz knapp dahinter folgt Mitte-Präsident Gerhard Pfister mit 65 Prozent positiven Stimmen.

Auf dem dritten Platz folgt das Co-Präsidium der SP. Über die Hälfte der Wählenden finden, das Duo Mattea Meyer und Cédric Wermuth habe einen positiven Effekt auf die Partei. Dahiner folgen Jürg Grossen (GLP) und Marco Chiesa (SVP). Auch hier müssen die Grünen einstecken: Parteipräsident Balthasar Glättli steht auf dem letzten Platz mit nur 44 Prozent, die ihn als positiv für die Grünen bewerten.

3. Darum wechseln Wählerinnen und Wähler die Partei

Einige haben bei der Umfrage angegeben, die Partei zu wechseln. Zu den wichtigsten Strömen gehört der Wechsel von der SVP zur FDP. 74 Prozent der Wechselnden verliessen die SVP weil sie von ihr enttäuscht waren. Die grösste Enttäuschung gab es bei den Grünen. 85 Prozent wechselten hier, weil sie von der Klimapartei enttäuscht waren.

Immerhin knapp über die Hälfte der Befragten geben ihrer Partei ihre Stimme «aus voller Überzeugung». Jedoch fast ein Drittel macht dies «aus Mangel an besseren Alternativen». Die Wählerinnen und Wähler gaben zudem an, warum sie die Fronten wechseln: Hat sie die neue Partei überzeugt oder sind sie von der ehemaligen enttäuscht?

4. Diese Themen bewegen die Bevölkerung

Trotz der Schlappe der Grünen beim Wahlbarometer bleiben die Themen Klimawandel und Energiewende auf Platz eins der wichtigsten politischen Herausforderungen in der Schweiz. Danach folgen die Versorgungs- und Energiesicherheit sowie die Krankenkassenprämien.

Dass die Themen wichtig sind, bedeutet aber nicht, dass sie auch für die Wahl entscheidend sind. Für eine Stimme seien zudem Themen relevant wie soziale Sicherheit, Lebenshaltungskosten sowie die Zuwanderung und Ausländer.

5. Wie viel Einfluss haben die Bundesräte?

Gesundheitsminister Alain Berset hat viel Einfluss, Bundespräsident Ignazio Cassis eher wenig. Das zeigt das Ergebnis nach der diesjährigen Umfrage des Wahlbarometers. Berset galt bereits vor der Pandemie als besonders einflussreich und konnte dies nun noch weiter ausbauen.

Nach Berset folgen Ueli Maurer, Karin Keller-Sutter, Simonetta Sommaruga, Viola Amherd und Guy Parmelin. Den letzten Platz belegt nach wie vor Ignazio Cassis. Er wird auch nach seinem Jahr als Bundespräsident nicht als einflussreicher wahrgenommen.

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 26. Oktober 2022 17:00
aktualisiert: 26. Oktober 2022 17:14