SP-Präsident sagt Rechtsrutsch den Kampf an

Leila Akbarzada, 12. September 2015, 17:05 Uhr
SP-Generalsekretärin Flavia Wasserfallen, Bundesrat Alain Berset, Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga und SP-Präsident Christian Levrat bei der Wahlveranstaltung der SP Schweiz in Turgi.
SP-Generalsekretärin Flavia Wasserfallen, Bundesrat Alain Berset, Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga und SP-Präsident Christian Levrat bei der Wahlveranstaltung der SP Schweiz in Turgi.
© Keystone/WALTER BIERI
Die SP Schweiz hat am Samstag auf der Holzbrücke in Turgi die heisse Phase des Wahlkampfes eingeläutet. Parteipräsident Christan Levrat sagte, die Gefahr eines Rechtsrutsches am 18. Oktober sei real. Die SP sei die einzige Partei, welche dies abwenden könne.

Gewinne die Rechte, dann spreche man nicht mehr über die Erhöhung der AHV-Renten, sondern über die Erhöhung des Rentenalters. Man spreche dann nicht mehr über Abschalttermine oder erneuerbare Energien, sondern über die Aufhebung des Neubauverbots für AKWs, sagte Levrat.

SP ist einzige fortschrittliche Kraft

Die SP verkörpere wie keine andere Partei die Schweiz der Öffnung, des sozialen Ausgleichs und des Fortschritts. Als grösste Partei des progressiven Lagers sehe sie sich in der Verantwortung, die demokratische Schweiz von 1848 gegenüber der feudalen Schweiz von 1291 zu verteidigen.

Darum habe die SP Schweiz den 12. September, den Geburtstag der demokratischen Schweiz, als Datum ausgewählt. Genau heute vor 167 Jahren hätten visionäre Vordenker es geschafft, nach einem Bürgerkrieg drei Kulturen, 26 Einzelstaaten, zwei Konfessionen zusammenzubringen.

Levrat geisselte zudem die Tatsache, dass die rechte Schweiz am Sonntag in Marignano ihre Niederlage von 1515 feiere. Unerwähnt blieb allerdings die Tatsache, dass Simonetta Sommaruga in ihrer Eigenschaft als Bundespräsidentin am Sonntag selber an dieser Schlachtfeier in Norditalien teilnimmt.

Ehrengast: EU-Parlamentspräsident Martin Schulz

Stargast der Veranstaltung war EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, welcher der Schweiz und der Schweizer Sozialdemokratie ein gutes Zeugnis ausstellte. Die SP Schweiz sei eine stolze Partei, die seit über 125 Jahren für eine offene und solidarische Schweiz kämpfe, mutig nach vorne blicke und tatkräftig anpacke, sagte der deutsche Gast.

Flüchtlingskrise grosses Thema

 

Weitere Redner an der Gartenparty-ähnlichen Veranstaltung mit rund 200 Anwesenden waren der Historiker Jakob Tanner und die beiden SP-Bundesratsmitglieder Simonetta Sommaruga und Alain Berset.

Im Flüchtlingsbereich gebe es keine Lösung, die das Problem zum verschwinden bringe, sagte Sommaruga. Die Schweiz und Europa werde man daran messen, wie man mit der Flüchtlingskrise umgehe.

Auch aus der Schweiz seien im 19. Jahrhundert Leute aus wirtschaftlichen Gründen in andere Länder ausgewandert, erinnerte Berset. Dort habe man die Schweizer auch mit offenen Armen empfangen.

Leila Akbarzada
Quelle: SDA
veröffentlicht: 12. September 2015 13:34
aktualisiert: 12. September 2015 17:05