Spielplätze bald rauchfrei?

29.10.2017, 09:22 Uhr
· Online seit 29.10.2017, 09:20 Uhr
Noch ist auf den meisten Spielplätzen in der Schweiz das Rauchen erlaubt. Doch immer mehr Gemeinden wollen ein Verbot. Vorreiterin dieser Idee war eine Ostschweizer Stadt.
Leila Akbarzada
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Es ist nun schon neun Jahre her, als die Stadt Chur mit seinem härtesten Polizeigesetz national für Aufregung sorgte. Teil von diesem neuen Regelwerk war unter anderem ein Rauch- und Alkoholverbot auf allen öffentlichen Spielplätzen.

Nun folgen dieser Idee andere Gemeinden, eine davon ist das aargauische Reinach. Vor wenigen Monaten erklärte die Gemeinde ihren ersten öffentlichen Spielplatz für «suchtmittelfrei», in drei weiteren Aargauer Gemeinden laufen Planungen für gleiche Verbote, wie die «Ostschweiz am Sonntag» berichtet.

Mit Schildern und Markierungen werden die Besucher des Spielplatzes darauf hingewiesen, dass der Konsum von Tabak, Alkohol und Cannabis nicht erlaubt ist. «Verstösse werden nicht geahnet, doch werden die Fehlbaren auf das Verbot hingewiesen. Bisher haben diese jeweils Verständnis gezeigt», sagt Katja Glogner, Projektverantwortliche in der Bildungsabteilung des Aargauer Naturmuseums Naturama gegenüber der «Ostschweiz am Sonntag».

Die rauchfreien Spielplätze werden vom Kanton Aargau gefördert. 136'000 Franken hat der Kanton dafür budgetiert. Sechs suchtmittelfreie Spielplätze sind bis 2019 geplant. Die Arbeitsgemeinschaft für Tabakprävention hofft nun, dass weitere Gemeinden in der Deutschschweiz auf den Zug aufspringen. Im Tessin sind bereits mehrere Spielplätze rauchfrei, Politiker fordern dort sogar ein kantonales Verbot.

Im nahen Ausland sind Rauchverbote auf Spielplätzen schon länger verbreitet. In Frankreich gibt es bei Missachtung seit 2015 eine Busse, in Luxemburg gibt es seit diesem Sommer auch ein solches Gesetz. In Deutschland und Österreich haben mehrere Bundesländer ähnliche Regelungen verabschiedet.

veröffentlicht: 29. Oktober 2017 09:20
aktualisiert: 29. Oktober 2017 09:22
Quelle: lak

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