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Martin Ackermann

Spielraum für Lockerungen – aber zu früh für komplette Gastro-Öffnung

9. Mai 2021, 08:28 Uhr
Der Spielraum für Lockerungen der Corona-Schutzmassnahmen wird grösser, wie Martin Ackermann findet. (Archiv)
© KEYSTONE/PETER KLAUNZER
In der Schweiz wird der Spielraum für Lockerungen der Schutzmassnahmen gegen das Coronavirus zunehmend grösser. Das stellt Martin Ackermann, der Chef der wissenschaftlichen Covid-19-Taskforce des Bundes, in einem Interview fest.

Allerdings bestehe das Risiko eines erneuten Anstiegs der Fallzahlen nach wie vor, sagte Ackermann im Interview mit der «NZZ am Sonntag». Werde zu früh zu stark geöffnet, würden Menschen, die sich noch nicht hätten impfen lassen können, unnötig gefährdet. «Das wäre ihnen gegenüber nicht fair.»

Für eine Öffnung der Restaurant-Innenräume ist es laut Ackermann noch zu früh. Denn Begegnungen in Innenträumen ohne Masken stellten das grösste Infektionsrisiko dar. Dieses Risiko werde kleiner, wenn mehr Menschen geimpft seien und weniger Viren zirkulierten.

Ackermann äusserte sich im Interview «positiv überrascht» über die aktuelle Entwicklung. Er gehe davon aus, dass die Taskforce in ihren Warnungen vor den Öffnungen im April drei mögliche Punkte falsch eingeschätzt haben könnte: Das warme Wetter, die nicht genau bekannte Übertragungsrate der britischen Mutation und der Mensch.

Denn: «Der grösste Unsicherheitsfaktor bei Öffnungen ist das Verhalten der Bevölkerung.» Es sehe so aus als verhalte sich eine grosse Mehrheit sehr vernünftig. So gesehen hätten die kritisierten Modelle der Taskforce mit hohen Fallzahlen «vielleicht mitgeholfen, die Pandemie zu bremsen».

Quelle: sda
veröffentlicht: 9. Mai 2021 01:26
aktualisiert: 9. Mai 2021 08:28