Corona-Situation

Spitaldirektor warnt: «Wir kommen wohl nicht um einen Lockdown rum»

15. Dezember 2020, 12:16 Uhr
Gregor Zünd vom Zürcher Unispital forderte an der Pressekonferenz nachdrücklich die Unterstützung durch die Politik.
© Keystone
Um auf die dramatische Lage in den Zürcher Spitälern hinzuweisen, haben mehrere Spitaldirektoren am Dienstag die Öffentlichkeit gesucht. Sie forderten die Politik zum Handeln auf.

Es waren deutliche Worte, die die Zürcher Spitaldirektoren an der Pressekonferenz vom Dienstag wählten: «Wir sind am Limit», sagte Gregor Zünd, Leiter des Universitätsspitals Zürich. Er machte auch klar, dass es aus seiner Sicht weitere Massnahmen braucht: «Wir können uns nicht vorstellen, dass wir um einen Lockdown rum kommen.» Ebenfalls machte er deutlich, dass er weitere Massnahmen lieber heute als morgen beschlossen haben möchte. Die Infektionen würden sich erst verzögert auf die Spitäler durchschlagen: Von einer Ansteckung bis zum Spitaleintritt würden rund zwei Wochen vergehen.

Personal erreicht Belastungsgrenzen

All die Spitäler hätten eine sehr hohe Auslastung. Schlussendlich sei aber das Personal und nicht fehlende Betten das grosse Problem. Die Beschäftigten würden lange Schichten leisten und erreichten ihre Belastungsgrenzen. Rolf Zehner, Spitaldirektor des Kantonsspitals Winterthur, wies darauf hin, dass man die Kapazitäten der Covid-Stationen schon ausbauen könne, aber: «Aufbauen heisst immer auch Abbau an einem anderem Ort.» Bereits jetzt müssten teilweise geplante Eingriffe verschoben werden.

Können die Zürcher Spitäler Patienten aus Skiregionen übernehmen?

Ebenfalls äusserten sich die Spitaldirektoren zur Frage, ob man verunfallte Skifahrer aus anderen Kantonen aufnehmen könnte. Grundsätzlich rieten alle vom Skifahren ab und betonten, dass derzeit fast keine Kapazitäten vorhanden seien, um die Spitäler in den Skigebieten zu entlasten. «Wenn wir weiterhin Covid-Patienten übernehmen müssen, dann können wir nicht sowohl als auch auch leisten», sagte Zünd. «Wir brauchen jetzt die Unterstützung der Politik, um die Qualität zu gewährleisten.»

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Quelle: CH Media Video Unit

(mg)

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 15. Dezember 2020 11:48
aktualisiert: 15. Dezember 2020 12:16