Anzeige
Transitverkehr

Streit um Bahnverkehr: Schweiz findet Teillösung mit Italien

10. Dezember 2020, 20:34 Uhr
Die SBB gab bekannt, alle Verbindungen nach Italien einzustellen. Nun haben Simonetta Sommaruga und ihre italienische Amtskollegin doch noch eine Teillösung gefunden. Deutschland bleibt aber abgeschnitten.
Die SBB behält ein reduziertes Angebot nach Italien bei. Noch keine Einigung gibt es bei den Regionalzügen.
© Keystone

Kehrtwende im Bahnstreit mit Italien. Anders als am Dienstag gemeldet, halten die SBB nun doch ein reduziertes Angebot auf der Gotthardachse mit einem Eurocity-Zug pro Tag aufrecht. Ab Sonntag sollen es dann zwei Züge sein. Auf der Simplonachse wiederum werden zwei Eurocity-Züge pro Tag verkehren. Eine SBB-Sprecherin bestätigte am Donnerstag auf Nachfrage von CH Media eine Meldung von Radio SRF. Zu dieser Lösung hätten Gespräche zwischen Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga, der italienischen Transportministern Paola De Micheli und den beiden involvierten Bahnunternehmen geführt.

Wie die Deutsche Presseagentur (DPA) am Donnerstag weiter meldete, bleibt es jedoch dabei, dass die italienischen Züge aus Mailand nach der Durchfahrt durch die Schweiz nicht nach Deutschland weiterfahren. Sprich: Die Verlängerung des Cisalpino bis Frankfurt mit Trenitalia-Zügen ist bis auf Weiteres gestrichen sei, so eine SBB-Sprecherin zur DPA.

Trenitalia misst Fahrgästen aus der Schweiz die Temperatur

Im Regionalverkehr mit den Tilozügen zwischen dem Tessin und der norditalienischen Region Lombardei sei es dagegen noch zu keiner Einigung gekommen, so die SBB-Sprecherin. Die Ausgangslage sei hier komplexer. Es fänden allerdings weiterhin Gespräche dazu statt und die Bundesbahnen erwarteten eine Anpassung des italienischen Dekrets.

Dieses Dekret nannten die SBB am Dienstag als Grund für den abrupten Stopp der Zugverbindungen. Die italienische Regierung sieht darin wegen der Coronapandemie strengere Kontrollen vor. Unter anderem muss demnach bei jedem Fahrgast, der über die Grenze reist, die Körpertemperatur gemessen werden. Diese Auflagen könne die SBB nicht erfüllen, teilte das Bahnunternehmen mit. Die angeordneten Kontrollen würden in den Grenzbahnhöfen nun durch das Personal von Trenitalia durchgeführt, sagte die SBB-Sprecherin am Donnerstag weiter.

(dpo/sat)

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 10. Dezember 2020 19:23
aktualisiert: 10. Dezember 2020 20:34