Telekom

Sunrise steigert Umsatz und Gewinn

13. November 2019, 07:27 Uhr
Bei Sunrise lief im Sommer auch das Geschäft mit Mobilfunk gut. (Archivbild)
© KEYSTONE/PPR/ALADIN KLIEBER
Zu Sunrise gibt es abgesehen vom abgeblasenen UPC-Deal Neuigkeiten: Der Telekomanbieter hat Quartalszahlen vorgelegt und demnach im Sommer mehr umgesetzt und verdient.

Von Juli bis Ende September erzielte der zweitgrösste Telekomkonzern der Schweiz einen Umsatz von 474 Millionen Franken. Das ist 1 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der bereinigte Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) legte um 9,4 Prozent auf 161 Millionen Franken zu, wie Sunrise am Mittwoch bekannt gab. Das Plus ist allerdings hauptsächlich einer Änderung der Buchführung für operatives Leasing (IFRS 16) zu verdanken. Auf vergleichbarer Basis wäre der EBITDA im dritten Quartal um 2 Prozent gestiegen.

Unter dem Strich erzielte Sunrise einen Gewinnsprung. Der Reingewinn kletterte um gut die Hälfte auf 48 Millionen Franken.

Damit hat Sunrise die Erwartungen der Finanzgemeinde (AWP-Konsens) beim Umsatz und Reingewinn übertroffen, beim Betriebsgewinn knapp erfüllt.

Geschäft läuft rund

Die Steigerung auf allen Ebenen gelang dank dem gut laufenden Geschäft mit Mobilfunk-Abos, Internet, TV und Geschäftskunden. Man habe überall Kunden gewonnen. Das deutlich Plus beim Reingewinn sei auch einer Reduktion der der latenten Steuerverbindlichkeiten zu verdanken, schrieb Sunrise.

Trotz des Wachstums im Sommer sank der Gesamtumsatz in den ersten neun Monaten um 1,1 Prozent auf 1,38 Milliarden Franken. Der Betriebsgewinn kletterte um 11 Prozent auf 463 Millionen Franken. Der Reingewinn verbesserte sich auf 111 Millionen Franken nach 72 Millionen im Vorjahreszeitraum.

Strafzahlung und Zusatzkosten

Überschattet wurde der Geschäftsverlauf aber vom gescheiterten Kauf der Kabelnetzbetreiberin UPC für 6,3 Milliarden Franken. Sunrise hat am Vortag den Kaufvertrag mit UPC-Besitzerin Liberty Global endgültig gekündigt. Dafür muss Sunrise nun 50 Millionen Franken Strafe an Liberty zahlen.

Sunrise erwartet im Zusammenhang mit der Transaktion Zusatzkosten von insgesamt 70 bis 75 Millionen Franken. Diese würden sich aus Zeichnungsgebühren (19 Millionen), Beratungs- und Rechtskosten sowie bereits angefallenen Integrationskosten (24 Millionen Franken) zusammensetzen. Davon seien 27 Millionen Franken bereits in der Rechnung der ersten neun Monate 2019 enthalten, hiess es weiter.

Am 22. Oktober hatte Sunrise die für die UPC-Finanzierung nötige ausserordentliche Generalversammlung in letzter Minute abgesagt. Der Widerstand der Sunrise-Aktionäre war zu gross geworden. Das Nein-Lager sei "klar grösser als 50 Prozent" gewesen, erklärte Sunrise damals. Damit scheiterte die grösste Übernahme der Schweizer Telekomgeschichte.

Quelle: sda
veröffentlicht: 13. November 2019 07:25
aktualisiert: 13. November 2019 07:27