Nach Messerattacke

Tessinerin zu 9-jähriger Freiheitsstrafe verurteilt

19. September 2022, 13:41 Uhr
Das Bundesstrafgericht hat die Täterin der Messerattacke von Lugano zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren verurteilt. Die vorsitzende Richterin sprach die 29-Jährige des zweifachen versuchten Mordes und der Widerhandlung gegen das IS-/Al-Kaida-Gesetz schuldig.
Das Bundesstrafgericht in Bellinzona hat die Tessinerin am Montag zu neun Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.
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Das Gericht hat der Tessinerin zur Verurteilung hin eine stationäre Massnahme in einer geschlossenen Anstalt auferlegt. Die 29-Jährige muss zudem eine Geldstrafe von 2000 Franken bezahlen, da sie ohne Anmeldung bei der Kantonspolizei der Prostitution nachging.

Zur falschen Zeit am falschen Ort

Die Frau soll im November 2020 in Lugano zwei Frauen mit einem Messer attackiert und sich dabei auf den Islamischen Staat berufen haben. Ausserdem soll sie sich gemäss Anklageschrift der Bundesanwaltschaft zwischen 2017 und 2020 prostituiert haben – ohne Anmeldung bei den Behörden.

Vor der Tat habe sich die 29-Jährige im Manor in Lugano von einer Verkäuferin ein scharfes Brotmesser empfehlen lassen. Damit stach sie auf zwei zufällig ausgewählte Frauen ein. Beide wurden bei der Messerattacke verletzt, eine von ihnen schwer.

Täterin würde Tat wiederholen

Die Bundesanwaltschaft forderte eine Freiheitsstrafe von 14 Jahren. Die Angeklagte habe nicht einmal in Anbetracht der Bilder der Schnittwunden ihrer Opfer Reue oder Bedauern gezeigt, sagte die Staatsanwältin des Bundes in ihrem Plädoyer vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona. Zudem habe die Täterin festgehalten, dass sie das Attentat wiederholen würde, wenn auch nicht in der Schweiz.

Die Verteidigung forderte eine Freiheitsstrafe von acht Jahren. Sie argumentierte vor Gericht, dass die Angeklagte gar nicht wirklich zum Islam konvertiert und deshalb von der Widerhandlung gegen das IS-/Al-Kaida-Gesetz freizusprechen sei.

Die Bundesanwaltschaft teilte am Montag in einer Stellungnahme mit, dass sie das Urteil des Bundesstrafgerichts zur Kenntnis genommen habe. Sobald ein schriftlich begründetes Urteil vorliege, werde sie über das weitere Vorgehen entscheiden.

(sda / joe)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 19. September 2022 13:42
aktualisiert: 19. September 2022 13:42
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