Beanstandungen

Todesszene in der SRF-Sendung «Mona mittendrin» war korrekt

Christian Mensch, 8. Januar 2020, 11:48 Uhr
Die Sendung von Mona Vetsch bei der Berufsfeuerwehr Basel sorgte wegen einer Todesszene für Aufruhr.
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Nachdem das SRF eine Todesszene ausgestrahlt hatte, sind beim Ombudsmann sieben Beanstandungen eingegangen. Er lehnt sie allesamt ab.

Der SRF-Ombudsmann Roger Blum hat die Beschwerden gegen die Sendung von «Mona mittendrin - bei der Berufsfeuerwehr» abgelehnt. In der Ausgabe vom 14. November war die Reporterin Mona Vetsch mit der Basler Berufsfeuerwehr unterwegs, als die Equipe in einer Toilette eines Detailhändlers einen bewusstlosen Mann fand, der verstarb. In verpixelter Form zeigte SRF die vergebliche Rettungsaktion. Sieben Zuschauer sahen dennoch die Menschenwürde des Opfers verletzt und legten beim Ombudsmann Beschwerde ein.

Screenshot aus der Sendung «Mona mittendrin».
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Kein Verstoss gegen die Konzession

In seiner Stellungnahme verneint Blum, dass SRF gegen die SRG-Konzession verstossen habe. Denn im Film sei kein Toter gezeigt worden, der erkennbar war. Entsprechend sei auch dessen Menschenwürde nicht verletzt worden.

Roger Blum SRG-Ombudsmann
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Im Fokus sei die Aktivität der Feuerwehr gestanden. Dass man einen Toten finden würde, sei nicht vorauszusehen gewesen. Es gehöre zur Reportage, «dass man sie zu Ende erzählt, und das Ende des Einsatzes war eben dieser traurige Befund».

«Zwielichtige Rolle» des «Blick»

Die Sendung hatte Wellen geworfen, weil der «Blick» schon vor der Ausstrahlung die Episode skandalisierte. Der Ombudsmann wirft der Boulevardzeitung nun eine «zwielichtige Rolle» vor, weil sie SRF einen Tabubruch vorwarf, aber selber Tabus brach, indem sie ebenfalls Bilder zeigte und den Namen des Verstorbenen enthüllte. Blum verweist in seiner Stellungnahme auf die entsprechende Kommentierung in dieser Zeitung und schliesst daraus, dass es in der öffentlichen Kommunikation nicht nur eine Journalistenethik brauche, sondern auch eine Publikumsethik.

Die Sendung «Mona mittendrin» vom 14. November:

Der «Blick» geht in seiner Berichterstattung zum Urteil des Ombudsmann nicht auf dessen Rüge am eigenen Verhalten ein, sondern nimmt auf, dass SRF selbst nicht hartnäckig genug versucht habe, die Identität des Verstorbenen zu recherchieren. Dies bemängelt auch Blum; dadurch hätten die Angehörigen des Toten vor der Ausstrahlung der Sendung nicht kontaktiert und informiert werden können.

Christian Mensch
Quelle: CH Media
veröffentlicht: 8. Januar 2020 10:49
aktualisiert: 8. Januar 2020 11:48