Bei Rosenkrieg

Trennende Eltern sollen Mediation durchlaufen

6. Februar 2022, 08:47 Uhr
In der Pandemie haben konfliktreiche Trennungen und Scheidungen nochmals zugenommen. Die Anfragen bei der unabhängigen Beratungsstelle Kindes- und Erwachsenenschutz Kescha haben im letzten Jahr um über 30 Prozent zugenommen.
Bei Trennung wird häufig um das Kind gestritten.
© Getty

Mehr als 1600 Männer und Frauen haben sich an die Beratungsstelle gewandt, berichtet die «Sonntagszeitung». In den meisten Fällen seien Kinder involviert gewesen.

«So kann es nicht weitergehen,» sagt Guido Fluri, Unternehmer und Gründer Kescha gegenüber der Sonntagszeitung. Er fordert eine Änderung im Familienverfahrensrecht. Konkret sollen Eltern, die sich trennen, vor dem Gerichtsentscheid eine Mediation durchlaufen und versuchen, gemeinsam eine Lösung zu suchen.

Ein Kanton, der sich bereits der Idee Fluris angenommen hat, ist Bern. Das Projekt wurde von einer Arbeitsgruppe aus Justiz, Kinderschutz und Kinderpsychiatrie erarbeitet. Aktuell werden die Rückmeldungen ausgewertet, um das weitere Vorgehen zu planen. Die Regierungsrätin, Evi Allemann, sagt: «Die Idee stösst auf breites Interesse.»

Bereits Erfahrungen mit Mediation hat Australien. Dort muss seit 2006 ein Paar zwingend einen Mediationsversuch unternehmen, wenn es sich trennt. Seither landeten 25 Prozent weniger Scheidungsfälle vor dem Richter. Und drei Viertel der Eltern konnten strittige Punkte schon im Gespräch klären.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 6. Februar 2022 08:51
aktualisiert: 6. Februar 2022 08:51
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