Frauenrechte

Über 50 Frauenportraits an Berner Hausfassaden zu entdecken

5. Februar 2021, 16:36 Uhr
Ein Passant blickt zu den Porträts von Marie Meierhofer (links) und Elisabeth Flühmann auf.
© KEYSTONE/ANTHONY ANEX
50 Jahre nach der Annahme des Frauenstimmrechts in der Schweiz werden in Bern die vielen Wegbereiterinnen gewürdigt. Im Rahmen einer Openair-Ausstellung können sich Besucher über bekannte und weniger bekannte Frauen informieren.

52 Porträts bekannter und weniger bekannter Frauen zieren Hausfassaden zwischen Münstergasse, Herrengasse und Münsterplatz, wie die Veranstalter auf ihrer Internetseite schreiben. Via QR-Code können die Informationen zu den Porträts abgerufen werden.

Das ist etwa die weltläufige Bergeller Malerin und Weberin Elvezia Michel. Das Kind einer ausgewanderten Zuckerbäckerfamilie war malerisch begabt und wurde entsprechende an Akademien in Mailand, München, Paris und London gefördert. Mit ihrer Heirat gab sie die Malerei auf. Mitte der 1930-er Jahre richtete sie sich nach ihrer Scheidung wieder im Bergell ein, wo sie sich in ihrem Atelier dem Weben widmete.

Wer den Spuren der Frauen durch Bern folgt, begegnet auch der Genfer Chirurgin und Gynäkologin Gabrielle Perret-Gentil (1910-1999). Sie arbeitete an Geburtskliniken in der Schweiz und in Deutschland. In Genf eröffnete sie eine Praxis und sah sich grossen Anfeindungen aus dem ärztlichen Umfeld ausgesetzt. Sie setzte sich intensiv mit dem Thema Schwangerschaftsabbruch auseinander.

Auch auf die Tessinerin Ersilia Fossati (1921-1999) stösst man auf dem Rundgang. In den 1940-er Jahren in den damaligen Frauenhilfsdienst der Armee eingetreten, engagierte sie sich ab den 1950-er Jahren für die Rechte der Frauen. Bei den ersten Wahlen für das Kantonsparlament gelang ihr 1971 der Sprung in den Tessiner Grossrat.

Aufgrund der Coronapandemie wird die Ausstellung still und ohne grosse Vernissage am 7. Februar eröffnet. Sie lädt ein zu einem individuellen Spaziergang durch die Altstadt.

Grossprojektion verschoben

In die zweite Jahreshälfte verschoben werden musste eine geplante Ton- und Lichtprojektion an den Fassaden des Parlamentsgebäudes, der Schweizerischen Nationalbank und der Berner Kantonalbank. Die Hommage war ursprünglich für Februar geplant. Wegen der Corona-Pandemie findet sie nun in der zweiten Jahreshälfte statt.

Mit einer Projektion sollen die «Tausenden» von Schweizerinnen geehrt werden, die während mehr als 100 Jahren für ihre Unabhängigkeit und die Chancengleichheit gekämpft haben. Daran sollen Chöre aus allen Landesregionen teilnehmen.

Getragen wird die Ausstellung vom gemeinnützigen Verein Hommage 2021. Das Matronat übernommen haben verschiedene amtierende und ehemalige National- und Ständeratsmitglieder sowie Kulturschaffende.

Quelle: sda
veröffentlicht: 5. Februar 2021 16:35
aktualisiert: 5. Februar 2021 16:36