Fragen und Antworten

Vermehrt 2G oder Teilschliessungen: Das will der Bundesrat

10. Dezember 2021, 16:50 Uhr
Gesundheitsminister Alain Berset und Bundespräsident Guy Parmelin sind am Freitag mit Vorschlägen für weitere Massnahmen vor die Medien getreten. Unter anderem setzt der Bundesrat vermehrt auf die 2G-Regelung oder Teilschliessungen. Hier ein Überblick:
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Quelle: CH Media Video Unit / Melissa Schumacher

Welche Massnahmen schlägt der Bundesrat vor?

Der Bundesrat hat am Freitagmorgen zwei Varianten zur Verschärfung der Corona-Massnahmen besprochen. Diese sehen so aus:

Variante 1: 2G-Regel mit Masken- und Sitzpflicht

In den Bereichen, in denen aktuell in Innenräumen die 3G-Regel gilt, soll künftig die 2G-Regel gelten. An diesen Orten würde zugleich eine Maskenpflicht und eine Sitzpflicht bei der Konsumation eingeführt. Auch Restaurants und andere Gastronomiebereiche von Veranstaltungen würden unter die 2G-Regelung fallen. Für Veranstaltungen draussen mit mehr als 300 Personen, gilt weiterhin die 3G-Regel.

Dort, wo das Maskentragen oder die Umsetzung der Sitzpflicht nicht möglich ist, wären nur noch geimpfte und genesene Personen zugelassen, die zusätzlich einen negativen Corona-Test vorweisen können – also die 2G-plus-Regel. Betriebe und Veranstaltungen, welche der 2G-Regel unterstehen, können die 2G-plus-Regel freiwillig anwenden  – zum Beispiel Fitnesscentren oder Restaurants.

Variante 2: Teilschliessung

Auch die Variante 2 sieht eine 2G-Regel mit Maskenpflicht vor. Hier würden aber alle Bereiche geschlossen, bei denen keine Maske getragen werden kann. Dies betrifft auch die Innenbereiche von Restaurants, Fitnesscentren, Discos und Bars. In geschlossenen Sportstadien wäre Essen und Trinken nicht mehr gestattet. Zulässig blieben sportliche und kulturelle Freizeitaktivitäten in Innenräumen, bei denen eine Maske getragen werden kann.

Sind weitere Massnahmen geplant?

Ja, zusätzlich zu den beiden Varianten gibt es Basismassnahmen. Diese Massnahmen würden eingeführt, egal ob man sich für Variante 1 oder 2 entscheidet. Diese Basismassnahmen sehen Verschärfungen im Privaten, am Arbeitsplatz und an den Schulen vor. Sobald bei privaten Veranstaltungen im Innern eine Person dabei ist, die nicht geimpft oder genesen und älter als 16 ist, dürfen sich nur noch fünf Personen treffen. Kinder werden mitgezählt.

Ausserdem stellt der Bundesrat erneut die Homeoffice-Pflicht zur Diskussion. Für Personen, die nicht von zu Hause aus arbeiten können, soll auf eine 3G- oder 2G-Regelung verzichtet werden. Ausserdem empfiehlt der Bundesrat den Kantonen, die Maskenpflicht auf tieferen Schulstufen einzuführen. Auch die Universitäten und Fachhochschulen müssten wieder in den Fernunterricht gehen.

Die Corona-Massnahmen wurden erst am 6. Dezember verschärft, weshalb braucht es schon wieder neue?

Der Bundesrat will vorausschauend bleiben. Im Kampf gegen die Pandemie müssen Entscheidungen aufgrund der aktuellen Gegebenheiten getroffen werden: «Wir haben immer versucht, Massnahmen zu ergreifen, die möglichst gut auf die Bedürfnisse der Bevölkerung eingehen», sagt Gesundheitsminister Alain Berset. «Die Lage hat sich verschlechtert. Das Personal ist erschöpft, es gibt immer mehr Patienten.» Mit den Massnahmen solle der Trend umgekehrt werden. «Wir müssen uns auf die neue Entwicklung vorbereiten – die uns auch die neue Variante bringen könnte.»

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Quelle: CH Media Video Unit / Melissa Schumacher

Ab wann sollen die neuen Massnahmen in Kraft treten?

«Wir müssen vorausblickend arbeiten. Ob wir am kommenden Freitag die Massnahmen verschärfen, hängt von der epidemiologischen Lage ab», sagt Alain Berset in der Medienkonferenz. Man müsse zuerst schauen, ob die Massnahmen von letzter Woche gegriffen haben. Soll heissen, die Vorschläge des Bundesrates müssen nicht sofort umgesetzt werden. Die Konsultation dauert bis am 14. Dezember.

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Weshalb werden die Geschäfte nicht geschlossen?

So ein Szenario wolle man vermeiden, so Berset. «Die Wirtschaft war bereit, Kapazitätsbeschränkungen einzuführen. Deshalb sind in unseren Augen keine weiteren Massnahmen nötig.» Parmelin ergänzt: «Wir müssen den Bürgerinnen und Bürgern zeigen, dass die Situation ernst ist. Wir möchten alles tun, um zu vermeiden, dass wir plötzlich harte Massnahmen treffen müssen, die wir gar nicht möchten.»

(skr)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 10. Dezember 2021 16:50
aktualisiert: 10. Dezember 2021 16:50
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