Wie jetzt?

Verwirrung um die E-Vignette – das musst du wissen

Lorenz Barazetti, 3. November 2022, 12:05 Uhr
Jahr für Jahr mühsam die Autobahnvignette von der Windschutzscheibe abkratzen (die Mehrheit aller gut gemeinten Tipps sind gar nicht so gut) soll bald der Vergangenheit angehören. Im neuen Jahr könnte die «E-Vignette» eingeführt werden. Was passiert jetzt mit dem herkömmlichen Kleber?
Die E-Vignette kostet gleich viel wie die Klebevignette.
© Keystone
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Seit 1985 ist es Routine. Willst du mit deinem Auto auf die Autobahn, musst du bis spätestens am 31. Januar die jeweils aktuelle Vignette auf der Windschutzscheibe deines Autos anbringen. Seit Kurzem ist das Design der Vignette 2023 bekannt:

So sieht die normale Autobahnvignette 2023 aus

Nun hat das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit auf seiner Webseite angekündigt, dass ab kommendem Jahr parallel die 2020 beschlossene, sogenannte E-Vignette eingeführt wird. Was das genau ist, sorgte auf Social Media für einige Verwirrung. «Warum soll alles digital sein? Kostet nur mehr und all die Vorrichtungen verteuern alles nur», heisst es etwa in einem Kommentar. «Wo kann man sich registrieren für die E-Vignette?», so ein anderer. «Wie läuft das dann mit digital?», heisst es weiter.

Insbesondere, weil die Vignette erst «im Lauf des Jahres» eingeführt werden soll (das genaue Datum steht noch nicht fest), gibt es viele offene Fragen. Denn dann hast du deinen Kleber im Normalfall ja bereits aufgeklebt. Zahlt man dann für die E-Vignette doppelt? Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:

Wird die E-Vignette Pflicht?

Nein, sie wird parallel eingeführt. Heisst: Willst du weiterhin die klassische Vignette, feel free! Erst wenn nur noch 10 Prozent herkömmliche Vignetten verkauft werden, wird die Produktion der Klebevignette eingestellt. Das dürfte noch ein wenig dauern.

Was ist der Vorteil der E-Vignette

Ganz klar: Du sparst dir den Ärger beim Ablösen der Vignette Ende Jahr. Und bisher galt: Es nützt nichts, die Vignette bereits gekauft zu haben, aber noch nicht aufgeklebt. Jedes Jahr verteilt die Polizei deswegen Bussen. Mit der E-Vignette dürfte das ebenfalls entfallen.

Die E-Vignette ist ausserdem an ein Kontrollschild gebunden, die Klebevignette an ein Fahrzeug. So musst du also bei einem Fahrzeugwechsel oder einer Wechselnummer keine zusätzliche Vignette kaufen.

Was kostet die E-Vignette?

Alles bleibt beim Alten, auch die E-Variante kostet weiterhin 40 Franken. Sie wird voraussichtlich online erhältlich sein.

Für alle, die weiterhin «chläberle» möchten:

Wo klebe ich die Vignette hin?

Bevor du die neue Vignette aufkleben kannst, muss die alte runter. Dies funktioniert am besten mit viel Geduld und einer Rasierklinge. Alternativ kann beispielsweise auch ein Glaskeramikschaber, der normalerweise zur Reinigung eines Kochherdes verwendet wird, genutzt werden. So oder so sollte man die Vignette vorsichtig und langsam entfernen, um sich nicht an den Fingern zu verletzen und die Scheibe nicht zu zerkratzen.

Ist die alte Vignette ab, kann das neue Exemplar angebracht werden. Wichtig hierbei ist: Die Vignette kommt auf die Innenseite der Frontscheibe und darf nicht im sogenannten Tönungsstreifen angebracht werden. Die Vignette darf die Sicht nicht behindern. Am besten klebst du sie entweder links oben in die Ecke oder in den Bereich des Rückspiegels.

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 5. November 2022 10:09
aktualisiert: 5. November 2022 10:09