Viola Amherd besucht am WEF zum ersten Mal eine Truppe der Armee

23. Januar 2019, 15:20 Uhr
Amherd besichtigte unter anderem nach einem kurzen Fussmarsch durch den verschneiten Wald ob Davos ein "schützenswertes Objekt".
Amherd besichtigte unter anderem nach einem kurzen Fussmarsch durch den verschneiten Wald ob Davos ein "schützenswertes Objekt".
© KEYSTONE/ENNIO LEANZA
Die neue Schweizer Armeevorsteherin Viola Amherd hat am Rande des WEF in Davos zum ersten Mal das Militär besucht. Sie zeigte sich nach dem Rundgang beeindruckt von der Professionalität und der Ruhe, mit welcher die Armeeangehörigen arbeiteten. Zwar schien die Sonne am Mittwochmorgen in Davos.

Doch die kam kaum gegen die Kälte an: Das Thermometer zeigte kurz vor der Ankunft von Bundesrätin Viola Amherd bei der Unterkunft des Gebirgsinfanterie-Bataillons 85 Nummer 1 minus 13 Grad an. Amherd war zuvor gegen 9.15 Uhr mit dem Helikopter in Davos angekommen und wurde anschliessend vom Militär zur Truppe im Wald ob Davos gefahren.

Die Truppe bewacht ein schützenswertes Objekt - einen Strommasten im Wald, welcher Davos mit Strom versorgt -, wie der Bundesrätin an der Wärme in der Unterkunft im Beisein von Soldaten und Truppenchefs erläutert wurde. Die Polizei hatte definiert, welche Objekte das Militär schützen muss. Viola Amherd liess sich nicht nur den Auftrag der Truppe erklären, sondern unterhielt sich mit den Armeeangehörigen auch über die beissende Kälte und die Verpflegung in der Unterkunft.

Für die Soldaten war es etwas «Besonderes» und interessant, dass die Bundesrätin sie besucht, wie drei Soldaten im Wiederholungskurs gegenüber der Agentur Keystone-SDA sagten. Ohnehin sei dieser Einsatz am WEF speziell, da es sich um einen Echteinsatz handle. Das heisse auch, dass alles strenger sei und man mehr Ausbildungen habe.

Auch Amherd fand den Besuch «sehr, sehr interessant», wie sie gegenüber Keystone-SDA sagte. Sie habe bislang noch nicht Gelegenheit gehabt, ins Terrain zu gehen. «Ein Truppenbesuch in einem Ernsteinsatz ist natürlich etwas Fantastisches für mich», sagte sie. Sie sei beeindruckt, wie professionell und ruhig gearbeitet werde.

Auch generell findet sie das Departement, das ihr zugeteilt wurde, «interessant». Es sei mit Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport ein sehr vielfältiges Departement. «Was ich bis jetzt gesehen habe, gefällt mir ausgezeichnet», sagte sie. Sie habe sehr gute und engagierte Leute getroffen und sei noch immer daran, sich einzuarbeiten.

Angesprochen auf ihre Rolle als Frau an der Spitze dieses Departements sagte sie, sie habe keine Sorge, dass sie sich nicht durchsetzen könne. «Man wird mir vielleicht schon ein bisschen anders begegnen, weil ich keine Vorkenntnisse habe und auf Informationen angewiesen bin - die bekomme ich», sagte sie. Aber ansonsten erlebe sie ein korrektes und gutes Verhältnis, man beachte die Hierarchien.

Als eines der grossen Dossiers nannte sie zum Einen das Bevölkerungsschutzgesetz. Dazu habe sie bereits in einer nationalrätlichen Kommission auftreten dürfen.

Zu den grossen Herausforderungen zähle aber natürlich die Kampfjetbeschaffung. «Ich werde mich einsetzen für ein Luftwaffenpaket, das es der Armee ermöglicht, den Luftraum zu sichern», sagte sie. Wie das aussehen werde, könne sie jetzt noch nicht sagen. Sie wolle sich fundiert einarbeiten und anschliessend das weitere Vorgehen angehen.

Erste Kontakte mit der Luftwaffe konnte Amherd auf ihrem Rundgang machen, welcher sie nach dem Besuch der Soldaten, welche beim Strommasten im Einsatz standen, zu einer Fliegerabwehr-Stellung führte. Diese käme zum Einsatz, wenn ein Flugzeug unerlaubt in den gesperrten Luftraum ob Davos eindringen und sich trotz mehrmaliger Aufforderung nicht aus dem Luftraum begeben würde.

Nach diesem Besuch reiste die Bundesrätin zurück ins Flachland. Treffen mit Teilnehmern des WEF waren keine vorgesehen.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 23. Januar 2019 11:17
aktualisiert: 23. Januar 2019 15:20