Ukraine-Krieg

Wann bekommt Zürich einen Anstieg der Nebenkosten zu spüren?

Maurus Held, 18. März 2022, 11:34 Uhr
Die steigenden Energiepreise machen vielen Zürcher Haushalten zu schaffen. Tatsächlich muss damit gerechnet werden, dass die Nebenkosten deutlich teurer werden. Zum Sparen sollte aber noch genügend Zeit bleiben.
Wird vielen Haushalten teurer zu stehen kommen: das Heizen.
© Keystone

Der Krieg in der Ukraine hält nun schon drei Wochen an — und langsam aber sicher bekommen wir die Auswirkungen davon auch hierzulande zu spüren. Die Benzinpreise steigen kontinuierlich, auch andere Güter werden immer teurer. Und Hauseigentümer sowie Mieterinnen und Mieter sorgen sich um ihre Nebenkosten, sollten Heizöl und Gas mitziehen. Tatsächlich hat gemäss «20 Minuten» ein Aargauer Energiewerk seine Kunden bereits per Brief gewarnt, dass die Nebenkosten steigen würden — womöglich gleich um das Doppelte.

Laut «20 Minuten» heizt die Hälfte aller Schweizer Liegenschaften immer noch mit Gas und Öl. Dass sich viele Menschen nun vor hohen Zusatzkosten fürchten, ist folglich nachvollziehbar. Ueli Bamert vom Heizölverband Swissoil kann diese Sorgen verstehen. Dennoch rät er Hauseigentümern, die auf Heizöl angewiesen sind, von Hamsterkäufen ab. Der Ölpreis unterliege starken Schwankungen. Bis im Herbst, wenn es wieder kälter wird, habe sich die Situation womöglich beruhigt, so Bamert.

Die Rechnungsperiode spielt eine Rolle

Für Mieterinnen und Mieter gibt es zudem eine weitere beschwichtigende Nachricht: Wie Walter Angst, Mediensprecher des Mieterinnen- und Mieterverbands Zürich, sagt, werden sich die höheren Preise erst im Sommer 2023 auf die Nebenkosten auswirken. «Die Rechnungsperioden dauern jeweils von Juli bis Juni. Jetzt wird es wärmer, die nächste Kälteperiode, in der richtig geheizt wird, ist der kommende Winter. Bis dann hat die Rechnungsperiode 2022/23 aber bereits begonnen.»

Erneuerbare Energien werden gefragt sein

Die Neuverrechnung könne deshalb erst im darauffolgenden Juni geschehen. Somit sollte also, falls vonnöten, noch Zeit bleiben, um genügend Geld zur Seite zu legen. Angst betont, dass Stand jetzt nur darüber spekuliert werden könne, welchen Einfluss der Ukraine-Krieg wirklich haben wird. «Wenn der Krieg länger andauert, und davon ist wohl auszugehen, dann glaube ich, wird sich das schon in den Energiekosten niederschlagen.»

Betroffen wären dann vor allem Bewohner von älteren und schlecht isolierten Häusern. Wer auf erneuerbare Energiegewinnung setze, zum Beispiel mittels Photovoltaik, habe hier einen Vorteil. «Wir werden aber natürlich immer jeden Fall einzeln anschauen», so Angst.

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 18. März 2022 12:30
aktualisiert: 18. März 2022 12:30
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