Rätsel

Was hat es mit den farbigen Kühen in Herisau auf sich?

Yasmin Stamm, 27. Dezember 2022, 08:10 Uhr
Wer mit dem Zug durch das ausserrhodische Herisau fährt, dem sind die farbigen Kühe entlang der Gleise bestimmt schon mal ins Auge gesprungen. Aber was sind das eigentlich für Kühe? Wir haben uns auf Spurensuche gemacht.
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«Was sind das eigentlich für Kühe?» – diesen Satz hört man auf der Zugstrecke Schachen - Herisau nicht selten. Damit sind nicht etwa grasende Kühe auf der Wiese, sondern farbige Kuh-Skulpturen gemeint. Kurz vor dem Bahnhof Herisau, auf dem Dach der Cilander AG, stehen gleich vier solche Tiere. Aber warum eigentlich?

Nur verschwommene Erinnerungen

Die genaue Herkunft der Kühe, bleibt ein Rätsel. «Auf dem Dach stehen die Kühe ungefähr seit 2009», sagt Barbara Vorburger, Assistentin der Geschäftsleitung der Cilander AG. Es sei aber davon auszugehen, dass die Kühe von der «Cow Parade» (Kuh Parade) 1998 in Zürich stammen. Die Kühe sind somit über zwanzig Jahre alt.

Sie hätte überall nachgefragt, sagt Barbara Vorburger. Aber weder ältere Mitarbeiter noch die ehemalige Geschäftsleitung erinnere sich genau daran, wie die Kühe von Zürich auf ihr Dach gekommen seien. «Doch bevor sie aufs Dach gestellt wurden, wurden sie von der Appenzeller Künstlerin Karin Ammann nochmals abgeschliffen und frisch bemalt», weiss Vorburger.

Von Zürich in die ganze Welt

Die «Cow Parade» in Zürich war ein kulturelles Kunst-Projekt, welches weltweit Aufmerksamkeit erregte und in fast allen grossen Städten übernommen wurde. Egal ob in Europa, Amerika oder sogar Asien – in den folgenden Jahren waren überall diese farbigen Kunstsoff-Kühe vorzufinden.

Das Prinzip des Projektes ist einfach: Eine Stadt stellt Kunstschaffenden die weissen Rohlinge zur freien Gestaltung zur Verfügung. Nach dem Bemalen, standen sie für einige Zeit in der Stadt und wurden danach versteigert. Der Erlös wurde für wohltätige Zwecke gespendet.

Die «Cow Parade» galt als das grösste und erfolgreichste öffentlich stattfindende Kunstereignis der Welt. Sie zog Tausende Touristen in die jeweiligen Städte, welche die verschiedenen Kühe bewunderten.

Herisau – die Kunststoff-Kuh-Gemeinde?

Weswegen sich die Cilander AG aber gleich fünf Kühe holte, ist unbekannt. Auch konnte man nicht sagen, ob die Kühe damals bei der Versteigerung ergattert wurden oder ob sie erst später von jemandem abgekauft wurden.

Doch diese fünf Kühe sind nicht die einzigen in Herisau. Auch im Gemeindehaus hat sich so eine Kuh niedergelassen, welche die Gemeinde vom Appenzeller Verlag abkaufte. Dieser ersteigerte sie damals an der «Cow Parade» in Zürich.

Wenn man mit dem Bus von Waldstatt nach Herisau fährt, dann passiert man da ebenfalls eine weisse Kunststoff-Kuh, die sich auf einer Wiese niedergelassen hat. Doch zu wem diese gehört, konnte bisher nicht herausgefunden werden.

Ist Herisau im Geheimen die Kunststoff-Kuh-Gemeinde? Haben sich noch weitere Kühe versteckt? Wie gelangten diese Kühe überhaupt nach Herisau? Einige Fragen blieben unbeantwortet. Doch was man weiss ist: Die Kühe gehören einfach zu Herisau dazu und es wird sich noch manch jemand im Zug am Anblick der Kühe erfreuen.

Weisst du mehr über die farbigen Kühe? Schreib es uns in die Kommentare.

Yasmin Stamm
Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 26. Dezember 2022 11:10
aktualisiert: 27. Dezember 2022 08:10