Rhein

Weniger Fische im Rhein: Internationale Regierungskommission will handeln

12. Oktober 2020, 10:54 Uhr
Der Rhein ober dem Bodensee – Blick vom Fürstentum aufs St.Gallische – bietet laut Alpenrheinkommission Fischen ungenügende Lebensbedingungen.
© Keystone
Ein aktueller Bericht zur Zahl der Fische im Rhein oberhalb des Bodensees zeigt bei fast allen Arten eine Abnahme, warnt die Internationale Alpenrheinkomission. Bei Renaturierungen bestehe Handlungsbedarf.

(wap) Das am Montag von der Internationalen Regierungskommission Alpenrhein (IRKA) veröffentlichte ökologische Monitoring wird alle sechs Jahre durchgeführt. Der IRKA gehören Vertreter der Kantone Graubünden und St.Gallen, des Fürstentums Liechtenstein sowie des österreichischen Bundeslandes Vorarlberg an. Die Daten für das aktuelle Monitoring wurden letzten Herbst erhoben. Gemäss Mitteilung betrifft die jüngste Abnahme der Fischdichte fast alle Arten, die im Alpenrhein vorkommen.

Nur der europaweit geschützte Strömer komme mit den sehr eingeschränkten Lebensbedingungen im Rhein oberhalb des Bodensees gut zu recht und habe seine Dominanz sogar weiter erhöhen können. Auch die Zubringerflüsse am Alpenrhein vermögen laut dem Monitoring die Defizite im Rhein nicht zu kompensieren und weisen laut Mitteilung «keinen guten fischökologischen Zustand» auf. Die IRKA-Mitglieder seien sich deshalb einig, dass bei Renaturierungsprojekten nun Handlungsbedarf bestehe, heisst es. Verschiedene Projekte dazu seien in allen IRKA-Ländern in Vorbereitung.

Unterhalb Illmündung mehr Fischarten

Konkret sind im Oberlauf des Rheins nur fünf Fischarten (Bachforelle, Seeforelle, Strömer, Groppe und Regenbogenforelle) festgestellt wurden. Flussabwärts – ab der Illmündung im St.Galler Rheintal Richtung Bodensee – waren es laut dem aktuellen fischökologischen Monitoring Alpenrhein immerhin deren 15.

Die IRKA hat am Freitag in St.Gallen getagt. Dabei sei sie über wichtige laufende Projekte zum Hochwasserschutz und zur Renaturierung am Alpenrhein informiert worden. «Die Bemühungen, den Alpenrhein gezielt ökologisch aufzuwerten, sind zeitgemäss und neben der Verbesserung des Hochwasserschutzes nach wie vor wichtig», wird der Vorsitzende, der Bündner Regierungsrat Mario Cavigelli, in der Mitteilung zitiert.

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 12. Oktober 2020 10:49
aktualisiert: 12. Oktober 2020 10:54