Ausgewertet

Wer die Grünen wählt, klaut häufiger im Laden

19. Juni 2022, 08:52 Uhr
Die Grüne Partei setzt sich für eine klimafreundliche Zukunft ein, legt grossen Wert auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und wirbt für einen qualitativ guten Service Public. Alles Argumente, um die Grünen zu wählen. Nun sorgt eine Auswertung für Aufsehen: Wer grün wählt, lässt im Laden häufiger etwas mitlaufen.
Junge Leute, die die Grünen gut finden, klauen eher.
© Getty Images

Die Auswertung hat der Delinquenzforscher Dirk Baier von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenshaften (ZHAW) im Auftrag der «SonntagsZeitung» durchgeführt.

Dabei wurde untersucht, inwiefern kriminelles Verhalten und Parteiaffinität zusammenhängen. Die Resultate zeigen, dass wer Grün wählt oder die Partei sympathisch findet, häufiger einen Ladendiebstahl begeht.

Mitte- und SVP-Sympathisanten klauen am seltensten

Genauer: 19 Prozent der Grünen-Sympathisanten gaben an, dass sie schon einmal ins Ladenregal gegriffen hätten, ohne zu zahlen. Damit liegt die Wahrscheinlichkeit, etwas mitgehen zu lassen 1,5-mal so hoch im Vergleich zu den anderen Partei-Wählerinnen und -Wählern.

Dies sei der Spitzenwert. Die GLP und SP folgen auf den Plätzen zwei und drei. Weniger häufig stehlen laut Auswertung die Sympathisanten der SVP und der Mitte-Partei.

«Grüne wollen Regeln brechen»

Der Jugendpsychologe Allan Guggenbühl begründet diese Resultate damit, dass Jugendliche, die mit links-grünen Parteien sympathisieren, eher gesellschaftlich etwas verändern möchten und daher eher dazu neigen, Regeln zu brechen. Der ZHAW-Forscher Baier sieht dies ähnlich und argumentiert mit der Bereitschaft, bestimmte Normen zu hinterfragen.

Weiter wurde untersucht, wie die Parteiaffinität mit der Begehung von Sachbeschädigungen zusammenhängt. Hier fällt auf, dass wiederum die Grünen auf Platz eins sind, darauf folgt jedoch die rechtsgerichtete Partei, die SVP.

Für die Untersuchung wurde auf Daten aus einer Nationalfonds-Studie von 2017 zurückgegriffen. Damals wurden über 8000 Jugendliche im Alter von mehrheitlich 17 und 18 Jahren befragt. Um die Resultate zu vergleichen, hat ZHAW-Forscher Baier die Hintergrundfaktoren wie Geschlecht, Alter, Bildungsgrad rausgefiltert.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 19. Juni 2022 07:49
aktualisiert: 19. Juni 2022 08:52
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