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Point de Presse

Wie lange schützt die Impfung? Was hilft gegen die Delta-Variante?

22. Juni 2021, 16:43 Uhr
Die grosse Impfbereitschaft freut die Experten des Bundes, doch die Delta-Variante bereitet gleichzeitig Sorgen. Die Impfung sei die Lösung, um die Pandemie zu besiegen, so der Tenor.
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Quelle: CH Media Video Unit

Die Impfkampagne schreitet gut voran. Aktuell sind 37 Prozent der Erwachsenen vollständig geschützt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat eine Erstimpfung erhalten. Mehr als 60 Prozent der Erwachsenen soll sich bis Ende Juni impfen: Dieses Ziel sei bald erreicht, sagt Anne Lévy, Direktorin des BAG. Die Impfbereitschaft sei höher als angenommen, so Lévy. Deshalb werde es länger dauern, bis alle impfwilligen Personen geimpft sind – wohl Ende Juli.

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«Bis heute wurden über zwei Millionen Covid-Zertifikate ausgestellt», sagt Lévy. Geimpfte, Genesene und Getestete sollen bis Ende Juni ein Zertifikat bekommen. Die BAG-Direktorin hofft, dass wir die Pandemie mit der Impfung bald hinter uns lassen können.

Anteil der Delta-Variante liegt bei über 10 Prozent

Die Fallzahlen sinken weiter, der R-Wert ist aktuell stabil auf tiefem Niveau, doch der Anteil der Delta-Variante steige, fasst Patrick Mathys vom BAG zusammen. Die epidemiologische Entwicklung sei erfreulich, die Delta-Variante sei der einzige Wer­muts­trop­fen. Die Variante zeichne sich aus durch eine reduzierte Immunantwort sowie eine einfachere Übertragung. Auch führe die Delta-Variante zu schwereren Erkrankungen, so Mathys.

Wie schützen wir uns gegen die Delta-Variante?

In Grossbritannien verbreitet sich die Delta-Variante rasant. In der Schweiz liege der Anteil bei zehn Prozent. Eine Erstimpfung wirke nur wenig, erst mit einer zweiten Impfung ist man gut gegen diese Variante geschützt, wie erste Studien zeigen.

Mathys betont, es sei unmöglich, die Verbreitung der Delta-Variante zu verhindern. Aber man wolle die Ausbreitung verlangsamen. Da helfe das Contact Tracing bei Verdachtsfällen. Die Kantone hätten nun die Kapazität dazu.

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Sollen sich Jugendliche ab 12 Jahren impfen?

Ja, empfehlen das BAG und die Impfkommission (EKIF). Zusammen mit den Eltern sollten die Jugendlichen das Risiko abwägen. Wenn sie wollen, sollten sie sich dann impfen, um sich selbst gegen Covid-Erkrankungen zu schützen. Aber auch, um indirekte Folgen zu vermeiden – wie Schulausfälle durch Isolation und Quarantäne, Bildungsrückstände oder schwere Depressionen wegen der Massnahmen. Die Jugendlichen können selbst entscheiden, ob sie sich impfen lassen wollen. Ein Durchimpfungsziel gebe es bei Jugendlichen nicht. 12- bis 16-Jährige brauchen denn auch kein Covid-Zertifikat für Veranstaltungen.

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Wie lange schützt die Impfung?

Wer vollständig geimpft ist, der ist gegen eine milde Erkrankung für mindestens 12 Monate geschützt. Selten könne ein Geimpfter noch eine andere Person anstecken, so Christoph Berger, Präsident der eidgenössischen Kommission für Impffragen.

Müssen wir uns noch an die Schutzmassnahmen halten?

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Die Schutzmassnahmen werden immer weniger eingehalten, bemerkt Rudolf Hauri, Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte. Die Menschen würden sich wieder öfter umarmen, küssen und keine Maske tragen. Hauri könne das verstehen, die epidemiologische sei verlockend. Doch trotz Impfung dürfe man nicht nachlässig werden, warnt der Zuger Kantonsarzt. Auch wenn weiter gelockert werde, «heisst das noch lange nicht, dass das Virus unbedeutend geworden wäre».

(kmu)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 22. Juni 2021 14:00
aktualisiert: 22. Juni 2021 16:43