Rücktritt

Wieder rote Zahlen für Credit Suisse – CEO Gottstein geht fix

27. Juli 2022, 07:12 Uhr
Credit Suisse-CEO Thomas Gottstein tritt definitiv zurück. Sein Nachfolger wird Ulrich Körner. Im zweiten Quartal 2022 hat die zweitgrösste Schweizer Bank einen Verlust von 1593 Millionen Franken eingefahren. Es ist das dritte negative Quartalsergebnis in Folge.

Ein weiterer Paukenschlag bei der Credit Suisse: Ulrich Körner wird Nachfolger von Thomas Gottstein an der Spitze der zweitgrössten Schweizer Bank. Der derzeitige Chef der Asset-Management-Division wird Gottstein per Anfang August ablösen, wie die CS am Mittwoch mitteilte. Die Credit Suisse meldet zudem auch im zweiten Quartal 2022 einen massiven Verlust. Wie bereits im Juni angekündigt, hat vor allem ein stark negatives Ergebnis in der Investment-Abteilung die Grossbank in die roten Zahlen gezogen.

Der neue an der Spitze

Körner ist seit April 2021 Mitglied der Geschäftsleitung und CEO des Asset Management. Er kam von der UBS Group, wo er elf Jahre lang Mitglied der Konzernleitung war, davon sechs Jahre als Leiter des Bereichs Asset Management. Davor war er als Chief Operating Officer tätig. Bevor er zur UBS kam, war er bereits einmal in leitender Funktion bei der CS tätig, unter anderem als Chief Financial Officer und Chief Operating Officer der Credit Suisse Financial Services und als CEO der Region Schweiz.

Zusammen mit dieser Personalie und den Quartalszahlen hat die CS eine «umfassende Strategieüberprüfung» angekündigt, wobei die Kostenbasis mittelfristig auf unter 15,5 Milliarden Franken gesenkt werden soll und das Vermögensverwaltungsgeschäft und das Asset Management gestärkt werden sollen.

Viele Herausforderungen – grosser Verlust

Unter dem Strich steht für das zweite Quartal 2022 ein Reinverlust von 1,59 Milliarden Franken. Im gleichen Vorjahresquartal hatte sie noch einen Gewinn von 253 Millionen Franken erzielt. Belastet wurde das Ergebnis im zweiten Quartal zudem von höheren Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und sonstige Positionen. Die Bank habe zudem unter den geopolitischen, makroökonomischen und marktspezifische Herausforderungen gelitten, heisst es.

Die Grossbank hatte schon im ersten Quartal des laufenden Jahres einen Verlust von 273 Millionen Franken ausgewiesen. Zuvor hatte sie das von zahlreichen Pannen und Debakeln geprägte Geschäftsjahr 2021 mit einem Minus von 1,6 Milliarden Franken abgeschlossen.

(sda/hap)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 27. Juli 2022 06:55
aktualisiert: 27. Juli 2022 07:12
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