Wieder tausende Hühner zu verschenken

Krisztina Scherrer, 1. Juli 2018, 10:06 Uhr
Jährlich werden tausende Hühner ausgemustert.
Jährlich werden tausende Hühner ausgemustert.
© zVg
Mitte Juli werden wieder mehrere tausend Hühner in der Schweiz ausgelagert. Das Unternehmen «Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz» möchte so viele Legehennen wie möglich vermitteln und sie so vor dem sicheren Tod bewahren.

«Wir haben im wahrsten Sinne des Wortes eine Deadline», sagt Susy Utzinger, Geschäftsführerin der «Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz». «Am 14. Juli haben wir die Chance, Interessenten, die Hühner von den Legebetrieben abzugeben und somit ihr Leben zu retten.»

«Wir sind froh wenn wir die Tiere weitergeben können»

Schon seit Jahren sucht die «Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz» ein neues zu Hause für ausgemusterte Legehennen. «Die meisten Hühner legen eine Saison lang Eier für die Legebetriebe und werden dann geschlachtet. Wir dürfen einige Tiere von den Grossbetrieben übernehmen und vermitteln sie an Interessenten weiter», sagt Susy Utzinger.

Vor allem Privatpersonen holen sich die ausgemusterten Hühner und halten diese in kleinen Gruppen zu Hause im Garten: «Wir sind froh wenn wir so viele Hennen wie möglich weitergeben können. Trotzdem ist es uns wichtig, dass sie artgerecht gehalten werden. Die Interessenten müssen deshalb ein Formular ausfüllen, so dass gewisse Grundzüge der Hühnerhaltung sichergestellt sind.»

Susy Utzinger mit einem ausgemusterten Huhn. (Bild: zVg)
Susy Utzinger mit einem ausgemusterten Huhn. (Bild: zVg)
© zVg

«Legerassen erbringen Hochleistung»

Hühner in Legebetrieben werden meistens schon mit 18 Monaten ausgemustert und getötet. «Die Legerassen sind darauf gezüchtet, dass sie innerhalb eines Jahres Hochleistung erbringen und danach total verbraucht sind. Deshalb leben diese Hybriden höchstens vier Jahre lang», sagt Bea Baumann von der Tierhilfe Schweiz. Auch die Tierhilfe hilft dieses Jahr der Stiftung «Rettet das Huhn» und mehreren Bauernhöfen dabei, Legehennen zu vermitteln.

Viele Bauernhöfe wollen nicht, dass ihre Hühner getötet werden und gehen deshalb auf die Tierhilfe Schweiz zu: «Wir retten im Jahr zwischen 2000 und 3000 Hühner und arbeiten sehr eng mit ‹Rettet das Huhn› zusammen. Wenn wir die Hühner vermittelt haben, ist es uns wichtig, dass sie ein Lebensrecht haben», sagt Bea Baumann.

Hühner werden aus wirtschaftlichen Gründen getötet

Im Alter von 18 Monaten kommen die Hühner in die sogenannte «Mauser», das ist eine hormonell bedingte Ruhepause. Nach dieser Ruhepause legen die Hennen weniger Eier, die grösser und brüchiger sind. «Die Grossverteiler wollen ihre Gestelle mit schönen Eiern, die alle gleich gross sind und eine gute Qualität haben, füllen. Deshalb werden aus wirtschaftlichen Gründen jedes Jahr Tausende Hühner ausgemustert und durch neue ersetzt», sagt Bea Baumann von der Tierhilfe Schweiz. «Je nach Eierabnehmer gibt es verschiedene Verträge was mit den Hühnern nach der ‹Mauser› passiert. Die meist braunen und dicken Biohennen werden geschlachtet. Die Bodenhaltungshühner, meistens weiss, werden vielfach vergast, das heisst getötet.»

Möchtest du diesen Hühnern helfen? Dann melde dich bei legehennen@susyutzinger.ch.
(sk)
Krisztina Scherrer
veröffentlicht: 1. Juli 2018 10:06
aktualisiert: 1. Juli 2018 10:06