Zoo Zürich

Wird Tigerin Irina nach tödlichem Angriff eingeschläfert?

5. Juli 2020, 08:12 Uhr
Werbung

Quelle: CH Media Video Unit / TeleZüri

Nach einem tödlichen Tiger-Angriff auf eine Pflegerin im Zoo Zürich am Samstag wird untersucht, wie es zum Vorfall kommen konnte. Auch stellt sich die Frage: Was geschieht nun mit Tigerweibchen Irina?

Der Armurtiger hat am Samstagnachmittag im Zoo Zürich eine Tierpflegerin angegriffen. Die 55-jährige Frau überlebte die Attacke nicht und starb noch vor Ort. In der 91-jährigen Geschichte des Zoos kam es noch nie zu einem solchen Zwischenfall.

Wird die Tigerin eingeschläfert?

Severin Dressen, der neue Direktor des Zoos Zürich, zeigte sich vor den Medien bestürzt über den Vorfall. Ob Tigerin Irina nun eingeschläfert wird, werde noch diskutiert. «Es ist jetzt nicht der Moment, um sich diese Frage zu stellen», so Dressen gegenüber «Blick». Eine Einschläferung sei aber nicht auszuschliessen.

Der Vorfall sei kein Todesurteil für die Tigerin, meint Tierschützer und Wildtierexperte Samuel Furrer im «Blick»-Interview: «Eine Einschläferung muss nicht sein.» Die Reaktion, einen Eindringling zu attackieren, sei durchaus natürlich.

Wie die «NZZ am Sonntag» schreibt, könne sich Furrer auch vorstellen, dass das Tier in einen anderen Zoo gebracht wird. Dies aus Rücksicht auf die Mitarbeiter und Besucher.

Weshalb war Pflegerin mit Tiger in Anlage?

Wie konnte es zu einem solchen Vorfall kommen und wie kann dies in Zukunft verhindert werden? Das wird nun abgeklärt und diese Diskussionen müssen in nächster Zeit geführt werden.

Weshalb sich die Tierpflegerin zur gleichen Zeit wie die Tigerin in der Anlage aufhielt, ist noch unklar. «Bei Grosskatzen gibt es im Zoo Zürich seit Jahrzehnten keinen direkten Kontakt mehr zwischen Pflegern und Tieren», sagt Furrer gegenüber der «NZZ am Sonntag».

«Angriff war eine Angstreaktion»

Der Tierschutz kontrolliert den Zoo Zürich regelmässig. Er stellt für die Haltung der Raubkatzen ein gutes Zeugnis aus: «Der Angriff hat nichts mit einer falschen Haltung zu tun», sagt Furrer weiter. Man könne dem Tiger keinen Vorwurf machen. Der Angriff sei eine normale Reaktion, wenn sich ein anderes Lebewesen in seinem Revier befindet.

Der deutsche Tierverhaltensforscher Immanuel Birmelin hingegen geht von einer Angstreaktion aus. Sonst hätte sich der Tiger nicht so leicht wieder von seinem Opfer weglocken lassen, sagt er gegenüber der «NZZ am Sonntag».

Die Tigerin wurde nach dem Unglück in einen abgetrennten Bereich gesperrt.

Zoo Zürich bleibt geschlossen

Nach dem tragischen Vorfall bleibt der Zoo Zürich am Sonntag, 5. Juli, aus Pietätsgründen geschlossen.

Online Tickets werden vollumfänglich zurückerstattet. Die Gutschrift erfolgt automatisch.

Werbung

Quelle: CH Media Video Unit / TeleZüri

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 4. Juli 2020 15:50
aktualisiert: 5. Juli 2020 08:12