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Arbeitskräfteerhebung

Zahl der Rentner nimmt zu, Hausfrauen und -männer werden weniger

13. Juli 2021, 11:00 Uhr
Der Anteil der Arbeitskräfte an der Schweizer Bevölkerung hat sich in den letzten 20 Jahren kaum verändert: Er hat seit dem Jahr 2000 nur unwesentlich abgenommen von 67,9 auf 67,4 Prozent. Dies trotz deutlich steigendem Anteil an Pensionierten.
Der Anteil der (potenziellen) Arbeitskräfte an der Wohnbevölkerung in der Schweiz hat sich in den letzten 20 Jahren kaum verändert: 2020 betrug er 67,4 Prozent. In Europa hat nur Island ein anteilmässig noch grösseres Reservoir an Arbeitskräften.
© Keystone/GERHARD RIEZLER

22,7 Prozent der Schweizer Wohnbevölkerung war 2020 pensioniert, das waren 14,6 Prozent mehr als 20 Jahre vorher, was einem Anstieg von plus drei Prozentpunkten entspricht. Eine noch deutlichere Veränderung gab es beim Status der Hausfrauen und -männer, die mittlerweile nur noch 2,7 Prozent der Wohnbevölkerung ausmachen. Das sind vier Prozentpunkte respektive 60 Prozent weniger als im Jahr 2000. Das hat die Schweizerische Arbeitskräfteerhebung ergeben, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag mitteilte.

Zu den Erwerbspersonen gehören Selbständigerwerbende, mitarbeitende Familienmitglieder, Arbeitnehmende, Lehrlinge und Erwerbslose gemäss dem Internationalen Arbeitsamt (ILO). Sie bilden den Pool der (möglichen) Arbeitskräfte. Der Anteil der Erwerbslosen hat seit 2000 von 1,8 auf 3,3 Prozent zugenommen. Abgenommen hat der Anteil der Bevölkerung in Ausbildung: die Lehrlinge von 3,3 auf 2,8 Prozent, die übrigen Auszubildenden von 4,8 auf 4,3 Prozent.

Auch Selbständigerwerbende und mitarbeitende Familienmitglieder - das traditionelle Modell von Bauern- und Ladenbesitzerfamilien - kommen deutlich seltener vor als vor 20 Jahren: Selbständigerwerbende gingen von 10,2 auf 8,1 Prozent zurück, mitarbeitende Familienmitglieder von 1,6 auf 1,2 Prozent der Gesamtbevölkerung. Dafür ist der Anteil an Arbeitnehmenden von 50,4 auf 52,5 Prozent gestiegen.

Zweitgrösstes Arbeitskraftreservoir

Mit der Erwerbsbeteiligung von 67,4 Prozent liegt die Schweiz im europäischen Vergleich auf Platz zwei und 10,6 Prozentpunkte über dem EU-Durchschnitt. Nur in Island gibt es mehr potenzielle Arbeitskräfte in der Bevölkerung, nämlich 79 Prozent. Die Nachbarländer der Schweiz haben dagegen eine deutlich tiefere Erwerbsbeteiligung: Deutschland 61,6, Österreich 60,8, Frankreich 54,5 und Italien 48,5 Prozent.

Erwerbslosenquote steigt stärker als in EU

Die Erwerbslosenquote - das heisst der Anteil der Erwerbslosen an der Erwerbsbevölkerung zwischen 15 und 74 Jahren - ist in der Schweiz von 4,4 Prozent im Jahr 2019 auf 4,8 Prozent im 2020 gestiegen, was einer Zunahme von 9 Prozent entspricht. Dieser Anstieg ist stärker als in der Europäischen Union, wo die Erwerbslosenquote von 6,7 auf 7,1 Prozent zugenommen hat, also um knapp 6 Prozent.

Publikation: https://bit.ly/36uHIQj

Quelle: sda
veröffentlicht: 13. Juli 2021 10:58
aktualisiert: 13. Juli 2021 11:00