Anzeige
Wohnen

Zimmerpflanzen und warum sie uns gut tun

Angela Müller, 28. November 2020, 16:27 Uhr
Der Verkauf von Zimmerpflanzen boomt – nicht erst seit wir ins Homeoffice verbannt wurden. Das ist nachvollziehbar, denn ein kleiner Wohnzimmer-Dschungel macht durchaus Spass. Ein kleines Plädoyer und Tipps für Anfänger.

Phalaenopsis? Ficus Benjamina? Blühenden Orchideen und Birkenfeigen sind so etwas von gestern, man mag sie nicht mehr sehen. Angesagt sind Pflanzen mit möglichst grossen, gemusterten Blättern, die sich schön auf Instagram inszenieren lassen. Doch, Gründe, Zimmerpflanzen zu mögen, gibt es einige.

Zum Beispiel sorgen sie einfach für gute Laune, zumindest solange sie gedeihen. Ein neues Blatt, ein neuer Trieb, gibt einem das Gefühl, etwas richtig gemacht zu haben. Pflanzen zu hegen und zu pflegen, löst die befriedigende Empfindung aus, mit minimalem Aufwand, Verantwortung übernommen und etwas bewirkt zu haben. Zudem baut nur schon der Anblick von Zimmerpflanzen erwiesenermassen Stress ab. Und: Gerade während der Winterzeit sind sie besonders wertvoll, denn sie sorgen für Luftfeuchtigkeit und ein angenehmes Raumklima.

Wehe, der Pflanze gefällt ihr Ort nicht

Die meisten Pflanzen brauchen nicht viel, aber was sie brauchen, muss hundertprozentig stimmen. Ich habe monatelang eine vor sich hin serbelnde Grünlilie gepflegt. Kaum bin ich umgezogen und habe die Wasserspinne, wie sie auch genannt wird, vom Badezimmer ins Wohnzimmer verlegt, ist sie solchermassen aufgeblüht und produziert buschige Ableger, dass ich sie jedes halbe Jahr umtopfen muss und gezwungen bin, regelmässig mit meinen «Spinnenbabys» hausieren zu gehen.

Gleich ging es mit meiner Monstera oder Fensterblatt: In der alten Wohnung war es ihr offensichtlich zu hell und sie ist kaum gewachsen. In der neuen Wohnung hab ich sie neben meine Wasserspinne gestellt und hier gedeiht sie so gut, dass ich ihr ab und zu ein paar Blätter für einen Blumenstrauss klauen kann. Beide Pflanzen zeigen sich ziemlich unempfindlich, wenn sie nicht regelmässig gegossen werden. Sie sind auch kommunikativ: Mit hängenden Blättern teilen sie mit, sobald sie wirklich Durst haben und sind nicht im geringsten nachtragend. Mit Düngen bin ich verständlicherweise eher zurückhaltend, wer weiss, wohin das noch führen würde.

Im Trend sind grossblättrige Pflanzen

Mit meinem Spass an Zimmerpflanzen liege ich offenbar im Trend. «Nicht erst seit Corona, bereits seit Jahren verzeichnen die Zimmerpflanzenanbieter höhere Verkaufsraten», sagt Othmar Ziswiler von Jardin Suisse, dem Schweizer Gärtner Unternehmensverband. «Doch dass viele derzeit im Homeoffice sind, führt durchaus zu einem Verkaufsboom.»

Während die Grünlilie ein Klassiker und gerade für Anfängerinnen und Anfänger empfehlenswert ist, gehört die Monstera zu jenen Trendpflanzen, die in den letzten Jahren wieder besonders aufgekommen sind. «Pflanzen mit grossen Blättern sind in Mode», sagt Ziswiler. «Blühende Zimmerpflanzen sind im Gegensatz zu früher nicht mehr so beliebt.» Die neusten Trendpflanzen sind Calatheas, Blattpflanzen mit aussergewöhnlichen Zeichnungen und Farben. Speziell auch: Sie klappen nachts über ihre Blätter zusammen. Aber sie sind auch entsprechend empfindlich, brauchen permanent feuchte Erde und Zugluft behagt ihnen überhaupt nicht.

Robuste Pflanzen für Anfänger

Auch Zimmerfarne sind nach wie vor beliebt, ihren Charme verdanken sie den überhängenden gefiederten Wedeln. Zunehmend erobern auch exotische Varianten wie Tüpfelfarne oder Nestfarne den Markt.

Eine weitere Trendpflanze macht Jardin Suisse im Philodendron, dem Baumfreund, aus. Dieser gilt als besonders robust und verzeiht Giessfehler und es gibt ihn in diversen Variationen. Weitere robuste Pflanzen sind der Bogenhanf und die Glücksfeder.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 26. November 2020 11:13
aktualisiert: 28. November 2020 16:27