Schweiz

Zöllner empört über die Aussagen von Bundesrat Maurer

29. April 2020, 18:08 Uhr
Die Gewerkschaft Garanto fordert, dass die Zollverwaltung bei den Sparmassnahmen ausgenommen wird.
© Reto Martin
Nachdem Finanzminister Ueli Maurer in einem Interview laut über den Abbau von 300 Stellen bei der Zollverwaltung nachdachte, reagiert die Gewerkschaft des Zoll- und Grenzwachtpersonals empört.

«Die Zollmitarbeitenden setzen in hoher Arbeitsbelastung und an vorderster Front die bundesrätlichen Massnahmen durch», betont die Gewerkschaft des Zoll- und Grenzwachtpersonals (Garanto) in einer Mitteilung vom Mittwoch. Mit knappsten Personalbeständen würden die Mitarbeitenden die Betriebe am Laufen halten und sich dem Risiko aussetzen, angesteckt zu werden, weil sie die Vorgaben des Bundes nicht einhalten und keine Schutzmasken tragen dürfen.

Garanto fordert, dass bei künftigen Sparprogrammen die Zollverwaltung ausgenommen wird. Diese habe in den letzten Jahren schon mehrere Sparprogramme mitgetragen. «Ich empfinde das Verhalten von Bundesrat Maurer, gerade in der jetzigen Zeit, als vollständigen Affront gegenüber des gesamten Zollpersonals», lässt sich ein Angestellter der Zollverwaltung in der Mitteilung zitieren. Wenn Departementsvorsteher die Arbeit ihrer Angestellten ausschliesslich in sinkenden Personalbeständen wahrnehme, sei dies äusserst frustrierend.

Maurer hatte gegenüber der NZZ vom Mittwoch über mögliche Einsparungen nach der Coronakrise gesprochen und gemeint, allein in der Zollverwaltung in seinem Departement könnten 300 Stellen gestrichen werden. 

(agl)   

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 29. April 2020 18:04
aktualisiert: 29. April 2020 18:08