ZFF

Zurich Film Festival ehrt «Schweizermacher»-Regisseur Rolf Lyssy

21. Mai 2020, 17:13 Uhr
Rolf Lyssy, Schweizer Filmregisseur, erhält vom Zürich Filmfestival den Career Achievement Award verliehen.
© Severin Bigler
Das Zürich Film Festival (ZFF) zeichnet Rolf Lyssy mit dem Career Achievement Award aus. Damit ehrt das ZFF den 84-jährigen Regisseur (u.a. «Die Schweizermacher») für sein Lebenswerk.

(sat) Die Übergabe des Preises solle vor der Weltpremiere von Lyssys neuestem Film am 8. Oktober stattfinden, teilt das ZFF am Freitag mit. Zudem will das Filmfestival dem Werk des Zürchers im Herbst eine Retrospektive widmen. Schliesslich habe der Regisseur bis auf einen ja auch alle Spielfilme in Zürich realisiert.

«Lyssy vermag wie kein zweiter hierzulande Tragik und Komik miteinander verbinden», begründet Christian Jungen, Artistic Director des ZFF, in der Mitteilung die Vergabe des Career Achievement Award. «Obwohl seine Filme leichtfüssig sind, setzen sie sich mit den essenziellen Fragen des Lebens auseinander.»

Bis dato erfolgreichster Schweizer Films

Rolf Lyssy wiederum wird in der Mitteilung damit zitiert, er habe erst an einen 1.-April-Scherz gedacht, als ihm die Vergabe bereits Anfang April mitgeteilt worden sei. Er freue sich jedoch «sehr über diese Ehre». Und auch darüber, dass durch die Retrospektive jüngere Generationen nun «meine früheren Filme entdecken können». Seine Dialektkomödie «Die Schweizermacher» von 1978 gilt mit über einer Million Kinozuschauern bis heute als der erfolgreichste Schweizer Film.

«Die Schweizermacher» gelten aber auch als erster Schweizer Film zum Thema Einwanderung. Und Rolf Lyssy erklärte mal, er mache am liebsten Filme in Milieus, die er kenne. So ist Lyssy zwar in einer einfachen Familie in Zürich geboren und aufgewachsen. Die Grosseltern väterlicherseits jedoch waren arme Juden aus der Ukraine, die in die Schweiz emigrierten. Und mütterlicherseits stammten die Grosseltern aus Lettland.

Ehre für herausragende Cineasten

Weil es in der Schweiz damals noch keine Ausbildung zum Filmemacher gab, und ein Studium im Ausland nicht drin lag, ist Rolf Lyssy filmischer Autodidakt. Zusammen mit Thomas Koerfer, Kurt Gloor, Fredi M. Murer, Markus Imhoof und Daniel Schmid gilt Lyssy als Begründer des «jungen» Deutschschweizer Spielfilms. 2012 ist Rolf Lyssy bei der Verleihung der Schweizer Filmpreise im Rahmen der Solothurner Filmtage für sein Schaffen bereits ein Ehrenpreis verliehen worden.

Das ZFF vergibt den Career sowie den Lifetime Achievement Award jeweils an «eine herausragende Persönlichkeit des internationalen Kinos». Letztes Jahr beispielsweise, bei der 15. Ausgabe des ZFF, wurde die zweifache Oscar-Preisträgerin Cate Blanchett für ihr Lebenswerk geehrt. Aber auch Cineasten wie Harrison Ford, Donald Sutherland oder Armin Mueller-Stahl sind bereits vom ZFF geehrt worden.

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 22. Mai 2020 10:00
aktualisiert: 21. Mai 2020 17:13